Ihre Anzeige hier? Jetzt informieren

Jean Lürgen: Der nächste Generationswechsel ist vollzogen

Marius Nießen, Günter Nießen, Julian Nießen


Ihre Anzeige hier? Jetzt informieren

Günter Nießen übergibt die Geschäftsführung der Jean Lürgen GmbH an seine Söhne Marius und Julian

Beim Dürener Traditionsunternehmen Jean Lürgen GmbH hat es zum 1. November einen Wechsel an der Geschäftsführung gegeben. Nach mehr als 36 Jahren an der Spitze gab Dipl.-Ing. Günter Nießen die Leitung des Unternehmens in die Hände seiner beiden Söhne Marius und Julian. Gemeinsam mit ihrer Schwester Nicola sind die beiden Brüder künftig auch Gesellschafter des Familienunternehmens. Marius und Julian Nießen sind damit bereits die fünfte Generation in der Leitung des Fachbetriebs für Heizungs-, Sanitär-, Klima- und Lüftungstechnik, der 2016 auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblicken konnte und damit zu den traditionsreichsten Handwerksbetrieben in der Region.

Die Geschichte der heutigen Jean Lürgen GmbH begann im März 1916, als der Installateur- und Klempnermeister Johann (genannt Jean) Lürgen (1891-1956) sein Gewerbe anmeldete. Jean führte damit eine alte Familientradition fort: Sein Vater Arnold Lürgen (1857–1931) war Pumpenmacher und Klempnermeister, dessen Vater Bernhard Lürgen (geb. 1829) wiederum war ebenso Pumpenmacher wie Bernhards Vater Wilhelm Lürgen (geb. 1794).

1918 erwarb Firmengründer Jean Lürgen von seinem Vater das Eigentum am Grundstück Hohenzollernstraße 23 in Düren. Von diesem Zeitpunkt an hatte der Handwerksbetrieb dort fast 75 Jahre lang sein Domizil, bevor Ende 1993 der Umzug in die neuen Gewerberäume in die Otto-Brenner-Straße 4 im Dürener Gewerbegebiet „Im großen Tag“ erfolgte. Die alten Firmenräume waren, wie die ganze Stadt Düren, am 16. November 1944 beim Luftangriff auf die Stadt total zerstört worden. Der Wiederaufbau begann schon im Juli 1945, kurz nach der Rückkehr von Jean Lürgen aus der Evakuierung und der Heimkehr seiner Söhne Max und Fred aus der Kriegsgefangenschaft.

So entstand 1948 inmitten einer Trümmerlandschaft zunächst eine kleine Werkstatt mit einer Notwohnung und einem kleinen Büroraum. Nachdem im August 1949 das Nachbargrundstück erworben worden war, wurde die Werkstatt vergrößert. Außerdem kamen Büro- und Lagerräume hinzu, das Vorderhaus folgte in den Jahren 1951 bis 1954. Im März 1952 wurde ein neuer Verkaufsraum für ein Spezialgeschäft für Gas-, Wasser- und Beheizungsartikel eröffnet. Das Lieferprogramm umfasste nicht nur Wasch- und Badeeinrichtungen, sondern auch Herde, Öfen, Waschmaschinen, Gasherde, Gaseinzelheizgeräte etc. Im Mittelpunkt blieb allerdings immer der Handwerksbetrieb.Als Jean Lürgen 1956 verstarb, übernahmen die Söhne Max als Gas-Wasser-Installateurmeister und Fred als kaufmännischer Leiter die alleinige Verantwortung der GbR, die 1965 in eine KG und im Januar 1978 in eine GmbH umgewandelt wurde. Die Belegschaft war bis dahin auf über 30 Mitarbeiter angestiegen.

Max Lürgen verstarb 1968, so dass Fred Lürgen fortan allein verantwortlicher Geschäftsführer war. Tatkräftig unterstützt wurde er von dem Fachingenieur Heinz Stockheim. Der Gas-Wasser-Installateur- und Heizungsbauermeister war als erster Auszubildender nach dem 2. Weltkrieg seit 1945 im Unternehmen tätig und übernahm jetzt die fachliche Leitung des Handwerksbetriebs, die er bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden im Januar 1991 behielt. Fred Lürgen übergab 1984 aus gesundheitlichen und altersbedingten Gründen die Geschäftsleitung an seinen Schwiegersohn, den Dipl.-Ing. Günter Nießen, der den Staffelstab nun also an seine beiden Söhne weiterreichte.

Günter Nießen verabschiedet sich

Marius Nießen hatte am 1. August 2017 sein Hochschulstudium mit dem Bachelor of Engineering abgeschlossen und war in die Firma eingetreten. Sein Bruder Julian Nießen folgte genau einen Monat später, nachdem er sein Studium mit dem Bachelor of Arts beendet hatte. Beide werden nun dafür sorgen, dass die Familientradition weiter-geführt werden kann.

Ihr Vater Günter Nießen, der am 17. Januar sein 65. Lebensjahr vollendete, hatte entscheidenden Anteil daran, dass aus der Generation der Pumpenmacher ein Unternehmen geworden ist, das erfolgreich die gesamte Palette der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik anbietet. Arbeitete die Firma früher überwiegend für große Industriekunden, zählen inzwischen auch Kommunen und Architekturbüros zu den Kunden. Die damit verbundene Umsatzsteigerung führte zu einer stetigen Expansion des Unternehmens.

Begünstigt wurden die steigenden Auftragszahlen durch die Flexibilität des Angebotes. Neben älteren Heizungstechniken (Dampfheizung für Industriefirmen), bot man nun auch digitale Leittechnik, Solartechniken und Bad-Designprogramme an. Zuletzt wurde das Angebot zudem um den Bereich Wärmepumpen und BHKW erweitert, 2017 kam außerdem noch die Kältetechnik hinzu. Aktuell bietet die Firma Lösungen für die gerade in der heutigen Corona-Zeit so wichtige Raumlufttechnik an.

Auch nach dem Erreichen des Rentenalters wird sich Günter Nießen aber noch nicht „aufs Altenteil“ zurückziehen. Zum 1. November meldete er mit dem „Büro für Baubetreuung“ einen neuen Betrieb an. Aktiv bleibt er auch in seiner Freizeit. Der ehemalige Leistungssportler, der für die SG Düren 99 an mehreren deutschen Leichtathletik-Meisterschaften teilgenommen hat, fand nach Beendigung der Karriere als Bergsteiger ein neues Hobby. Er bestieg die höchsten Berge in Lateinamerika, Australien, Afrika und Russland und ist auch heute noch unterwegs mit dem Rucksack zu mehrtägigen Hüttentouren.

Einen großen Anteil an seinen beruflichen und privaten Erfolgen hatte seine Ehefrau Claudia Lürgen-Nießen, die nach 47-jähriger Partnerschaft im Juli dieses Jahres leider verstarb.

Mehr zum Unternehmen:

Jean Lürgen GmbH
Web: https://www.jean-luergen.de/

Text: Günter Nießen