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In der Kellerwerkstatt von Hermann-Josef Geratz entstehen einmalige Vogelvillen aus Lärchenholz

Hermann-Josef Geratz fertigt einmalige Vogelvillen


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Der Begriff „Vogelhäuschen“ wirkt dezent untertrieben, kommen die Arbeiten von Hermann-Josef Geratz ans Licht. „Vogelvilla“ trifft wohl mehr den Kern der Sache. Hermann-Josef Geratz ist 67 Jahre alt und arbeitet am liebsten in seiner Werkstatt im Keller. In uriger Gemütlichkeit, umgeben von viel Holz und unzähligem Werkzeug, sitzt er da und tüftelt mit viel Finesse am Design von Nistkästen und Vogelhäuschen beziehungsweise eben Vogelvillen herum. Fehlt nur noch der kleine Pumuckl, der zwischendurch dem von der Statur her mächtigen Selfmade-Schreiner auf die Schulter hüpft.

Hermann-Josef Geratz, der an der Birkesdorfer Straße 36 zuhause ist, sagt zu seinem Werdegang: „Bei Julius Hoesch habe ich Großhandelskaufmann gelernt, anschließend war ich fast 40 Jahre lang im Außenhandel für Firmen wie Schwarzkopf und für Firmen der Tabakwarenindustrie unterwegs.“ Mit der Rente kam das Hobby. Intensiviert wurde es, als die Ehefrau des fleißigen Mannes vor anderthalb Jahren starb. Der Verlust ist immer noch sehr schmerzhaft, doch sagt der Witwer: „Ich bin niemand, der nun von morgens bis abends vor dem Fernsehen sitzt. Ich muss was schaffen.“

Ich lerne am besten über das Zuschauen. Mir kann man hundert Mal etwas erklären, das läuft nicht. Aber wenn ich zuschauen darf, das ist super und ich lerne sofort.“

Also wurde aus einer ehemaligen Rumpelkammer im Keller eine Produktionsstätte. Onkel Hermann Geratz betrieb in Birkesdorf eine Schreinerwerkstatt, die der heutige Vogelhausexperte immer schon gerne besuchte. Hermann-Josef Geratz: „Wenn ich Zeit hatte, guckte ich dort vorbei und schaute zu. Ich lerne am besten über das Zuschauen. Mir kann man hundert Mal etwas erklären, das läuft nicht. Aber wenn ich zuschauen darf, das ist super und ich lerne sofort.“

Inzwischen existiert im Keller an der Birkesdorfer Straße 36 ein kleiner Maschinenpark, ganz auf die Arbeit des handwerklichen Könners abgestimmt. Winzige Bohrer, Schrauben, Nägel, Schraubenzieher, Fräsen und eine Gärungssäge mit einem hochwertigen Japanblatt sind nur einige wenige der Gerätschaften, die im Keller von Hermann-Josef Geratz täglich zum Einsatz kommen. Denn täglich sitzt der Handwerker an seinem Arbeitsplatz, in der Regel auch samstags und sonntags.

Heraus kommen einmalige Bauwerke, die eben das Wort „Villa“ viel eher verdient haben als „Häuschen“. Die Vogelanflugpunkte aus dem Geratzschen Keller besitzen teilweise die Grundfläche eines Tisches. Darauf baut sich ein mehrstöckiges Haus auf mit diversen Ein- und Ausflugmöglichkeiten, mit Sprossenfenstern, Fensterläden, umlaufendem Balkon, handgefertigten Möbeln und einem Brennholzstapel vor der Tür. Eine Villa besitzt beispielsweise drei Etagen und 19 Fenster, alles reine Handarbeit. Für viele Betrachter könnte das ein Modell sein für ein absolutes Traumhaus in den Bergen.

„In 90 Prozent der Fälle verarbeite ich Lärchenholz, das besitzt einen leicht rötlichen Farbton. Zudem ist es reich an Harz, ein natürlicher Schutz vor Wetter.“

Etwas kleiner sind die Nistkästen, ebenfalls alles Unikate. Geratz: „In 90 Prozent der Fälle verarbeite ich Lärchenholz, das besitzt einen leicht rötlichen Farbton. Zudem ist es reich an Harz, ein natürlicher Schutz vor Wetter. Viele möchten diese Nistkästen gestrichen haben, wovon ich abrate, denn die Vögel mögen den Geruch der Lasuren nicht. Und in der Regel gebe ich auf diese Nistkästen auch im unbehandelten Zustand zehn Jahre Garantie. Der gräuliche Schleier, die Patina, die die kleinen Bauwerke mit der Zeit entwickeln, ist der beste natürliche Schutz, den man sich denken kann.“ Auch die Vogelhausständer können bei Hermann-Josef Geratz bestellt werden.

Demnächst wird der Schreiner aus Leidenschaft seinen Keller zeitweise verlassen. Hermann-Josef Geratz hat sich für den Dürener Herbstmarkt und den Dürener Weihnachtsmarkt angemeldet, um dort seine Arbeiten zu präsentieren und im Optimalfall zu verkaufen. Er betont: „Obwohl die Holzpreise explodiert sind in den vergangenen Monaten, habe ich versucht, meine Preise zu halten.“ Nun ist ja ein Preis relativ, und einige hundert Euro kosten die Vogelvillen schon. Auch die Nistkästen à la Geratz haben einen anderen Preis als die Nistkästen im Baumarkt. Allerdings besitzen die Nistkästen aus Hoven beispielsweise auch 156 verdeckt gearbeitete Schrauben, und haben aufgrund ihrer Beschaffenheit eben eine sehr lange Lebensdauer. Die Arbeitszeit, die sich in der Liebe zum Detail widerspiegelt, ist ebenfalls umfangreich, aber das sieht Hermann-Josef Geratz nicht so eng: „Ich gebe niemals auf und mache nur noch, was mir Spaß macht.“

Mehr Infos gibt es im Netz:

www.vogelhaus-geratz.com

Und bei Facebook unter:

www.facebook.com/VogelhausGeratz und www.facebook.com/hermannjosef.geratz

Vogelhäuser bei Kunden

Fotos von H.-J. Geratz