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Das 13. Dürener Anästhesie Symposium findet nach der Pandemie wieder am Rursee statt.

Theorie ist gut, vor allem bei Fortbildungen. Doch gemischt mit ganz viel Praxis und einer Hands-on-Mentalität wird jede Fortbildung garantiert noch besser. Diesen Ansatz fahren die Organisatoren des Dürener Anästhesie Symposiums mittlerweile im 13. Jahr. Einen Tag lang haben sich rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit speziellen Herausforderungen für Notärzte und Rettungshilfepersonal beschäftigt. Mit an Bord waren die unterschiedlichsten Berufsgruppen und Disziplinen: Notärzte und Rettungspersonal, aber auch Vertreterinnen und Vertreter der Pflege. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe standen unter anderem das Erkennen und die Behandlung einer Sepsis und die Beatmung von Patienten in kritischen Situationen. 

„Notarzt-Einsätze sind komplexe sozio-technische Systeme. Hier stoßen verschiedene Berufsgruppen und viel Technik bei hoher Dynamik und Zeitdruck auf engstem Raum zusammen. Es ist daher gut, dass jeder von dem anderen weiß, was machbar ist und dass die Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet“, sagt Prof. Dr. med. Stefan Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Krankenhaus Düren. Die Ausbildung der einzelnen Professionen laufe meist eher parallel, auch wenn bei Notarzteinsätzen plötzlich alle Kräfte zusammen in einem Team sind. Gemeinsame Übungen sind nicht an der Tagesordnung – und daher ungemein wichtig. 

Behandelt werden beim Dürener Anästhesie Symposium, kurz DAS, immer aktuelle Themen in der Notfallmedizin. „Jeder Notarzt sollte schwierige Atemwege beherrschen“, sagt Oberarzt und Sektionsleiter Notfallmedizin Dr. med. Sigurd Kohlen, der das Symposium seit Beginn an mit organisiert. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht alles schon ganz anders aus, desto wichtiger ist es, möglichst realitätsnah mit allen Beteiligten solche Szenarien zu proben. Auch eine Blutstillung unter extrem stressigen und ungünstigen Bedingungen kann im Einsatz Rettungskräfte vor Herausforderungen stellen, ebenso das Anlegen einer Beckenschlinge bei schweren Verletzungen. Wenn die Venen zusammengefallen sind, kann mit einer speziellen Kanüle über den Oberarm- oder den Scheinbeinkopf ein Zugang gelegt werden – mit Hilfe einer Akkubohrmaschine. „Das kommt in der Praxis selten vor, aber umso wichtiger ist es, dass genau dann jeder Handgriff sitzt“, sagt Notfallmediziner Dr. med. Detlef Struck. 

Im theoretischen Teil nahm die Sepsis viel Raum ein. „Die sogenannte Blutvergiftung ist in Deutschland ein Riesenthema“, betont Dr. Sigurd Kohlen. Während in anderen europäischen Ländern die Sterblichkeitsrate bei einer Sepsis seit 2010 von 40 auf 20 Prozent gesunken ist, ging die Rate in Deutschland lediglich von 47 auf 40 Prozent zurück. Kohlen: „Das ist grottig!“ Oft werde eine Sepsis weder präklinisch (beispielsweise beim Hausarzt) noch in der Zentralen Notaufnahme erkannt. Ausführlich wurden die Warnzeichen vorgestellt und das Bewusstsein der Teilnehmer geschärft, um möglichst früh eine Sepsis erkennen oder gesichert ausschließen zu können.  

Das 13. Symposium fand mit Ende der Pandemie wieder am Rursee statt und bot auch Platz für den Austausch und die Vernetzung in Präsenz. „Gestartet als Plattform von den Mitarbeitern des Dürener Krankenhauses für die Mitarbeiter ist das DAS mittlerweile eine Marke“, freut sich Dr. Sigurd Kohlen über die hohe Akzeptanz des Formats über die Kreisgrenze hinaus. Mittlerweile kommen auch aus anderen Teilen NRWs und des Bundesgebiets Anmeldungen. Einen besonderen Dank richtet Chefarzt Dr. Stefan Schröder an alle Referenten und Helfer, die ohne Honorar an der Erfolgsgeschichte mitwirken.