Im vergangenen Jahr stand der 1. FC Düren vor allem wegen seiner Insolvenz und eines ungewöhnlichen Spielercastings im Fokus der Öffentlichkeit. Inzwischen ist etwas Ruhe eingekehrt. DN-News.de sprach mit Christine Schaefer und Christoph Wollseifen, beide Vizepräsidenten des Vereins, über die aktuelle Situation und die Zukunftsperspektiven.
Schaefer und Wollseifen gehören zu einem vierköpfigen Vizepräsidium, das gemeinsam den Vorstand im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs bildet. Ihre Aufgabe ist es, den weiterhin insolventen Verein fortzuführen und neu auszurichten.
Ursachen der Insolvenz
Auslöser der Insolvenz war der Spielbetrieb der ersten Mannschaft in der Regionalliga West, der vierten Liga im deutschen Fußball. Als Profiliga verursachte sie über mehrere Jahre höhere Kosten, als der Verein erwirtschaften konnte. Zur Finanzierung wurden Kredite aufgenommen, die durch das vereinseigene Grundstück an der Westkampfbahn abgesichert waren. Nachdem ein Verkauf des Grundstücks gescheitert war und kein Geld mehr in der Kasse war, musste der Verein in die Insolvenz.
Derzeit läuft das Insolvenzverfahren noch. Ein Käufer für das Grundstück wurde bislang nicht gefunden. Für den Verkauf ist ausschließlich der Insolvenzverwalter zuständig, nicht der Verein selbst.
Zukunft der Westkampfbahn ungewiss
Das Vereinspräsidium hofft auf einen Investor, der zumindest Teile des Grundstücks weiterhin sportlich nutzt. Sowohl der Flächennutzungsplan (https://www.dueren.de/leben-wohnen/bauen-wohnen/bauen/flaechennutzungsplan) als auch der Bebauungsplan (https://www.dueren.de/de/leben-wohnen/bauen-wohnen/bauen/bebauungsplaene/ansicht/bpl-06400-westkampfbahn-im-stadtteil-guerzenich) der Stadt Düren weisen das Areal aktuell als Sportplatz aus, eine Änderung der Nutzung wäre jedoch grundsätzlich möglich.
Ohne Unterstützung von Stadt und Kreis Düren dürfte ein dauerhafter Weiterbetrieb der Westkampfbahn als Sportstätte kaum realisierbar sein. Eine rein sportliche Nutzung gilt wirtschaftlich nicht als die ertragreichste Option. Bis zum Sommer hofft der Verein auf einen Verkauf des Grundstücks, der Voraussetzung für den Abschluss des Insolvenzverfahrens wäre.
Natürlich hofft der Verein auf einen Investor, der ihm die Nutzung der Westkampfbahn weiterhin ermöglicht.
Fokus auf Nachwuchsarbeit
Unabhängig von der wirtschaftlichen Lage bleibt die Nachwuchsarbeit ein zentraler Bestandteil des Vereins. Der 1. FC Düren stellt aktuell eine erste Mannschaft sowie 14 weitere Teams, in denen rund 300 Kinder ab vier Jahren spielen. Ziel ist ein „Dürener Weg“ mit starker lokaler Verwurzelung. Perspektivisch soll eine U23-Mannschaft in der Bezirksliga aufgebaut werden, die sich überwiegend aus Spielern aus den eigenen Jugendmannschaften speist.
Für Christoph Wollseifen ist der Sport auch ein Instrument der Integration: Kinder lernten Teamgeist, Respekt, soziale Werte und förderten zugleich ihre Gesundheit.
Erste Mannschaft auf Amateurniveau
Sportlich ist die erste Mannschaft inzwischen in der Mittelrheinliga angesiedelt, eine Spielklasse unterhalb der Regionalliga. Das Team ist sehr jung, lediglich drei Spieler sind älter als 25 Jahre. Profifußball wird nicht mehr betrieben, die Spieler stammen überwiegend aus der Region und erhalten größtenteils lediglich eine Aufwandsentschädigung. Einen kurzfristigen Wiederaufstieg in die Regionalliga halten Schaefer und Wollseifen für unrealistisch.
Strenge finanzielle Kontrolle
Finanziell wirtschaftet der Verein derzeit auf deutlich reduzierter Basis. Sämtliche Ausgaben müssen vom Insolvenzverwalter genehmigt werden. Von einem Jahresbudget von rund 360.000 Euro fließen etwa 100.000 Euro in die erste Mannschaft, weitere 100.000 Euro in die Jugendarbeit. Der verbleibende Betrag wird vor allem für Instandhaltung, Versorger, Versicherungen und Verbandsabgaben benötigt.
Die Westkampfbahn ist derzeit die Hauptspielstätte und der Unterhalt aufwendig. Ein Gleichstellungsvertrag mit der Stadt Düren reduziert die Kosten für den Verein. Mit diesem Vertrag übernimmt die Stadt Düren einen Großteil der Kosten. Zusätzlich nutzt der 1. FC Düren die Sportanlage in Niederau, die der Stadt Düren gehört und für deren Nutzung Gebühren anfallen. Für die Nutzung der Sportanlage in Niederau zahlt der Verein die gleichen Beträge, alle Fußballvereine auf öffentlichen Anlagen.
Die Einnahmen des Vereins setzen sich aus Mitgliedsbeiträgen, Sponsorengeldern von Unternehmen und Privatpersonen sowie aus zweckgebundenen Spenden zusammen.
Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit
Parallel zum sportlichen und wirtschaftlichen Neustart baut der Verein seine Öffentlichkeitsarbeit aus. Informationen werden unter anderem über die Vereinswebsite (https://www.fcdueren.de/home) , soziale Netzwerke (https://www.facebook.com/FCDueren) und einen eigenen WhatsApp-Kanal (https://whatsapp.com/channel/0029VaCDgUaLo4hiplGcgY2) verbreitet.
