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Der Erbfolgestreit um Schloss Burgau – Vortrag im Stadtmuseum

Vortrag zum Erbfolgestreit von Schloss Burgau

Die beiden Referenten Helmut Krebs (links) und Dieter Jötten.

Kein Sitzplatz im vollbestuhlten Veranstaltungssaal des Stadtmuseums Düren blieb unbesetzt, als der Autor Dieter Jötten und der ehemalige Leiter des Stadt- und Kreisarchivs der Stadt Düren Helmut Krebs die rund 90 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine Zeitreise in ein spannendes und den meisten sicherlich bis dahin völlig unbekanntes Kapitel der Dürener Vergangenheit mitnahmen: Schloss Burgau, der Dürener Bevölkerung heute als gepflegte historische Wasserschloss-Anlage inmitten einer weitläufigen Park- und Waldanlage am Ortsrand von Niederau bekannt, war im 18. Jahrhundert Schauplatz eines erbitterten Erbfolgestreits zwischen den beiden Adelsfamilien von Elmpt und von Wolff Metternich zur Gracht.

Anna Maria Catharina von Elmpt, geb. Wolff Metternich zur Gracht, war eine außergewöhnlich tatkräftige Frau, sie spielte in diesem Kapitel eine wichtige Rolle. Im letzten Quartal des 17. Jahrhunderts ließ sie sowohl die herunter gekommene Hauptburg von Schloss Burgau renovieren als auch die verfallene Vorburg von Schloss Burgau von Grund auf neu bauen. Später war sie die erste Hofdame der Herzogin Anna Maria Luisa de Medici in Düsseldorf. Die Tatsache, dass sie als Angeheiratete zur Erbin der Herrlichkeit Burgau wurde, führte schließlich zu dem fast 90-jährigen Konflikt zwischen den Familien.

Ebenfalls im Zentrum des Vortrages stand Johann Martin von Elmpt, ein Nachkomme der einstigen Burgbesitzer. Er ging als junger Mann nach Russland, machte dort Karriere und brachte es bis zum Generalfeldmarschall. Trotz seines großen Erfolges in Russland ließ ihn die Heimat nicht los. Von Russland aus führte er – zusammen mit zwei Brüdern – den jahrzehntelangen Rechtsstreit seiner Familie um Schloss Burgau fort – und gewann schließlich gegen den mächtigen kurkölnischen Staatsminister Reichsgraf Ignaz Wolff Metternich zur Gracht. Der Vortrag zeichnete nicht nur den Lebensweg des Generalfeldmarschalls von Elmpt nach, sondern beleuchtete auch die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit.

Die gespannt lauschenden Zuhörerinnen und Zuhörer kamen in den Genuss einer fesselnden und reich bebilderten Reise in die Vergangenheit – von den Grundmauern des Schlosses Burgau bis in die Weiten des russischen Reiches.

Die beiden Referenten und das Team des Stadtmuseums Düren freuten sich sehr über das rege Interesse der Dürener Bevölkerung an diesem bislang kaum beleuchteten Kapitel der Stadtgeschichte. Im Anschluss an den Vortrag gab es die Gelegenheit zu Diskussion und Fragen an die Referenten. Zudem hatte der Verein der Freunde und Förderer von Schloss Burgau in Düren e.V. einen kleinen Informationsstand errichtet, an dem die Besucherinnen und Besucher des Vortragsabends mit zwei Vertretern des Vereins ins Gespräch kommen und mehr über die wertvolle Arbeit und das Engagement dieser Initiative erfahren konnten.

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