Die Stadt Düren geht einen weiteren Schritt zur Umsetzung ihres kommunalen Wärmeplans. Mit dem im Oktober 2025 beschlossenen Plan soll die Stadt innerhalb der nächsten 20 Jahren treibhausgasneutral werden. Bei der Umsetzung der Maßnahmen ist sie jedoch von den Gebäudeeigentümern abhängig. Um die Zusammenarbeit mit den Eigentümern zu stärken, soll der Verein Alt-Bau Plus helfen, der auch schon in der Nachbarschaft tätig ist. Ein entsprechender Beschluss steht auf der Tagesordnung für den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am 22. September.
Wärmeverbrauch reduzieren, dezentrale Wärmeversorgung umsetzen
Der kommunale Wärmeplan umfasst insgesamt sechs Punkte, von denen die aktuell geplante Kooperation zwei Maßnahmen betrifft. Zum einen soll der Wärmeverbrauch in privaten und gewerblichen Gebäuden reduziert werden. Zum anderen soll die Wärmeversorgung dezentral und klimaneutral umgesetzt werden. Die Stadt gibt mit dem Wärmeplan den strategischen Rahmen vor, muss ihn aber in Kooperation mit den Eigentümern umsetzen. Diese können energetischen Sanierungen, den Einsatz von Wärmepumpen u.ä. und andere Projekte durchführen.
Kooperation mit einem in der Region etablieren Verein
Dabei setzt die Stadt auf eine Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein Alt-Bau Plus aus Aachen. Dieser ist bereits in der Stadt und Städteregion Aachen sowie Eschweiler und Herzogenrath tätig und arbeitet mit der RWTH und FH Aachen sowie der Vebraucherzentrale NRW zusammen. Für einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 500 € soll nun auch die Stadt Düren ordentliches Mitglied werden, vertreten durch die Amtsleiter für Stadtentwicklung und Umwelt.
Der Verein bietet den Bürgern eine unabhängige Initialberatung, um sich unabhängig von Anbietern und Energieträgern zu orientieren. Dabei werden energetische Sanierung und Energieeinsparung sowie bauliche Maßnahmen und Heizungstechnik erläutert sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt. Diese erste Orientierung kann dann durch eine detaillierte Energieberatung fortgesetzt werden.
Maßnahmen für Düren ab Januar 2027
Die Mitgliedschaft der Stadt Düren bei Alt-Bau Plus soll am 1. Januar 2027 beginnen. Ab Jahresbeginn soll dann auch die Kooperation mit dem Verein schrittweise umgesetzt werden. Dazu gehören bis zu 20 Informationsveranstaltungen pro Jahr, bei denen die Eigentümer der Gebäude erreicht werden soll. Dazu ist auch Präsenz auf Veranstaltungen wie dem Wochenmarkt vorgesehen. Außerdem soll es rund 50 Hausbesuche pro Jahr geben, um Eigentümer im eigenen Haus zu beraten. Als dritten Baustein ist ein regelmäßiges Beratungsangebot in städtischen Räumen vorgesehen, das zunächst acht Stunden pro Woche umfasst.
Die Umsetzung der Maßnahmen wird dokumentiert und in das Monitoring zum kommunalen Wärmeplan integriert. Bei Bedarf kann der Umfang der Angebote angepasst werden.
Unterstützung vom Land
Neben den 500 € Mitgliedsbeitrag rechnet die Verwaltung mit 70.000 € an Ausgaben, um die Kooperationsvereinbarung umzusetzen. Da der Wärmeplan eine Aufgabe ist, die das Land NRW den Kommunen gegeben hat, bekommt die Stadt Düren rund 58.000 € vom Land. Diese Zahlung geht aus dem Konnexitätsprinzip hervor, einfach ausgedrückt: Wer bestellt, der bezahlt.
