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Stadt Düren fördert Büro für Leichte Sprache

Gruppenfoto von der Spendenübergabe.

Düren. Leichte Sprache ist ein wichtiger Baustein zur barrierefreien Kommunikation und somit zu Inklusion. Verankert ist dieser Gedanke in der UN-Behindertenrechtskonvention, die unter anderem dazu auffordert jedem Menschen, unabhängig seiner Lebenssituation oder Behinderung, den Zugang zu Informationen zugänglich zu machen.

Die Rurtalwerkstätten bauen ein Büro für barrierefreie Kommunikation auf, das zum einen Menschen geistiger und psychischer Behinderung einen qualifizierten Arbeitsplatz bietet, zum anderen aber auch eine vertrauensvolle Anlaufstelle für Städte, Gemeinden, Vereine, öffentliche Institutionen oder Wirtschaftsunternehmen bietet – es sollen die Barrieren für jeden so niedrig wie möglich sein, barrierefreie Kommunikation anzubieten.

Um ein solches Büro zu gestalten und umzusetzen hat die Pädagogische Leitung der Rurtalwerkstätten, Mona Ernst, den ersten Schritt gewagt und sowohl die Idee, als auch das Projekt bei den diversen Anlaufstellen der Stadt, vorgestellt. Es folgten intensive Gespräche. Nach langer und gründlicher Prüfung durch Thomas Hissel, Stadtkämmerer der Stadt Düren, Michael Ramacher, dem Leiter des Sozialamts und Liesel Koschorreck, die dem Ausschuss für Soziales, Wohnen und Inklusion vorsitzt, hat die Stadt Düren das Projekt der Rurtalwerkstätten mit 20.000 Euro gefördert. „Ich freue mich, dass mit diesem Projekt ein weiterer Schritt auf dem Weg hin zur inklusiven Stadtgesellschaft gemacht wurde“, betonte Liesel Koschorreck.

Auf der Spendenübergabe am Dienstag, den 24.09.2019, erklärte die pädagogische Leitung, dass von dem Geld die internen Strukturen geschaffen wurden. Menschen mit und ohne Behinderung haben Fortbildungen besucht, die technische Ausstattung wurde gekauft und die Führungskräfte und Angestellten auf das Thema vorbereitet. Dazu ein Mitarbeiter mit psychischer Beeinträchtigung der Rurtalwerkstätten, der im neuen Büro als Übersetzer arbeitet: „Schwere Texte machen mir Angst. Ich finde, jeder sollte ohne Angst etwas lernen dürfen.“

Was genau Leichte Sprache ist und ausmacht, wurde den Gästen aus Politik und Verwaltung anschaulich erklärt. Es sind die schweren Texte, die es vor allem auf Ämtern gibt, die für Menschen mit Behinderung, aber auch welche mit Migrationshintergrund oder im Alter nicht mehr verstehen können. Leichte Sprache filtert die wesentlichen Informationen aus schweren Texten raus, benutzt leicht verständliche Wörter und kurze Sätze. Außerdem gibt es textunterstützende Bilder, um den Inhalt des Textes noch deutlicher darzustellen. Abschließend muss jeder Text durch eine Prüfgruppe, die zwingend aus Menschen mit geistiger Behinderung besteht, auf Herz und Nieren – oder besser: Verständlichkeit – geprüft werden. Erst dann verdient ein Text das Gütesiegel mit dem Daumen hoch.

Die anwesenden Vertreter der Stadt Düren haben bereits angekündigt sich selber noch intensiver mit dem Thema Leichte Sprache auseinander zu setzen und setzen dabei auf eine erfolgreiche und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Büro für Leichte Sprache und barrierefreie Kommunikation der Rurtalwerkstätten. Außerdem sollen nach und nach Informationen der Stadt durch die Rurtalwerkstätten in Leichter Sprache für viele Menschen zugänglich gemacht werden.

Text und Foto: Bürogruppe des BBB, Rurtalwerkstätten Lebenshilfe Düren gGmbH

 

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