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Papier als Hauptdarsteller der Kunstwerke

Im Vordergrund ein Kunstobjekt von Sabine Jacobs aus PapierStadt Düren

Düren. Auf Schloss Burgau hat die Papierkunst wieder alle Räume erobert. Bis zum 18. November kann dort die Ausstellung „Geheimnis Papier“ unter Beachtung der aktuellen Corona-Vorschriften besucht werden.

„Eine herausragende Ausstellung“, lobte Kulturausschussvorsitzende Verena Schloemer bei der Eröffnung von „Geheimnis Papier“ auf Schloss Burgau. „Ich bin beeindruckt von der Vielseitigkeit.“ Sie lud alle Dürenerinnen und Dürener herzlich ein: „Nehmen Sie sich Zeit, sehen Sie sich die Ausstellung an und sagen Sie weiter, dass es sie gibt! Eine Stadt ohne Kunst und Kultur ist eine tote Stadt, und wir wollen Düren lebendig halten!“ 
Die Ausstellungsserie „Geheimnis Papier“, seit Jahren fester Bestandteil im Ausstellungskonzept von Schloss Burgau, erfreut sich in der Papierstadt Düren großer Beliebtheit, wie die zahlreichen Besucherinnen und Besucher belegten. Jasper Hallmanns, künstlerischer Leiter von Schloss Burgau, konnte diesmal sechs Künstlerinnen und einen Künstler aus ganz Deutschland für die aktuelle Präsentation vielfältiger Papierkunst gewinnen, „die das Material Papier aufs Feinste ausloten und das ganze Spektrum zeigen“, so Jasper Hallmanns in seiner Eröffnungsrede. Er dankte dem Streichquartett der Musikschule Düren für die musikalische Untermalung der Vernissage und den drei Haustechnikern von Schloss Burgau für ihren Einsatz beim Aufbau der Ausstellung.
In seiner Einführung zur Ausstellung fand Jasper Hallmanns treffende Worte für eine Kurzbeschreibung der Werke und der Künstler, die auch in einem Flyer zusammengefasst sind. Gemeinsam ist allen sieben, dass sie Papier zum Hauptdarsteller ihrer Kunstwerke machen und damit ganze Räume verwandeln.  Jeder Raum auf Schloss Burgau entfaltet sich als Kunstlandschaft, in der es überall Überraschendes und Faszinierendes zu entdecken gibt.
Verblüfft waren die meisten Ausstellungsbesucherinnen und -besucher von der großen Papierskulptur von Angela Glajcar im Musiksaal der Burg, ganz ohne Werkzeug nur mit den Händen gefertigt, von allen vier Seiten aufregend unterschiedlich zu erleben.
Papiermacher John Gerard zeigt in Burgau Collagen aus unterschiedlichen Papierarten und löst beispielsweise die kompakte Flächigkeit einer Raumecke in schwebende farbige Kreise auf. 
Auf Farbigkeit verzichtet Dorthe Goeden fast völlig und fordert damit den Betrachter heraus, genau hinzuschauen. Was zunächst Weiß auf Weiß wirkt, verrät erst beim tiefen Einblick in die gerahmten Kunstwerke: „I`m afraid it´s red, yellow and blue“
Sabine Jacobs hat schon mehrfach bei Ausstellungen „Geheimnis Papier“ mitgemacht und erobert mit organischen Formen die Räume aufs Neue. Mit ihrem Objekt „Siedlung“ erzählt sie eine ganze Evolutionsgeschichte.
Transparenz, Leichtigkeit und Zerbrechlichkeit bestimmen die Kunstwerke von Sigrid Lachnitt: Fragile Formen, transparente Papierlagen, Collagen aus gerissenen Papierstreifen, optische Täuschungen.
Leuchtende Installationen von Katja Wickert ziehen die Blicke magisch an. Federleichtes wie Blätter, Federn, Pflanzenteile werden zwischen zwei mit Wachs getränkten Papieren eingelagert und spielen mit dem Licht. 
Das tun auch die „Papierschatten“ an der Wand von Odine Lang. Sie bezieht ihre Inspiration aus der Natur, gestaltet – inspiriert von Blättern, Kapseln, Blüten – zarte Pflanzengebilde, zum Beispiel aus Draht und einer Haut aus Japanpapier.
Schwebende Leichtigkeit haben auch die Kunstwerke von Angela Mainz eingefangen, aus finnischem Papiergarn geflochtene und aus Bananenfasern geknüpfte Objekte. „Ein tolles Material“, schwärmt die Künstlerin, das zart und leicht aussieht, aber sehr robust und widerstandsfähig ist. 

Die Ausstellung „Geheimnis Papier“ ist bis zum 18. November unter Wahrung der aktuellen Hygienemaßnahmen und mit Mundnasenschutz zu den gängigen Öffnungszeiten zu besuchen, d.h. mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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