Düren. Wie lassen sich hitzige Alltagssituationen entschärfen, bevor sie eskalieren“ Das war das Thema einer Fortbildungsveranstaltung für Pflegeeltern. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte die Stadt Düren in Kooperation mit dem Kreis Düren und dem Diakonischen Werk der Evangelischen Gemeinde zu Düren.
Pflegefamilien leisten täglich einen wertvollen Beitrag, indem sie Kindern ein sicheres und stabiles Zuhause bieten. Gleichzeitig bringt der gemeinsame Alltag auch besondere Herausforderungen mit sich. Unterschiedliche Bedürfnisse, biografische Erfahrungen der Kinder und Stresssituationen können schnell zu Konflikten führen, die viel Geduld, Verständnis und Handlungssicherheit erfordern.
Die Fortbildungsveranstaltung setzte genau hier an: Die Pflegeeltern erhielten zunächst einen theoretischen Einblick in zentrale Aspekte der Traumapädagogik. Referent war Thomas Lutz, ein erfahrener Fachmann. Er ist Sozialarbeiter, systemischer Berater, Traumapädagoge und Traumafachberater sowie Referent im Zentrum für Traumapädagogik und Geschäftsführer der Welle gGmbH in Hanau.
Im Fokus seiner Ausführungen stand dabei die Auseinandersetzung mit dem „Dort und Damals“ – also den Erfahrungen, die Kinder vor ihrer Unterbringung in einer Pflegefamilie gemacht haben, und den Auswirkungen dieser Erlebnisse. Demgegenüber wurde das „Hier und Jetzt“ betrachtet: Welche Spuren haben diese Erfahrungen hinterlassen, und wie können Pflegeeltern im Alltag angemessen darauf reagieren“
Auf dieser Grundlage erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer praxisnahe Impulse und konkrete Strategien, um Kinder in Konfliktsituationen besser begleiten zu können. Ziel ist es, den Kindern Orientierung und Sicherheit zu geben, ihr Verständnis für die Situation zu stärken und so langfristig auch Konflikten vorzubeugen.
Neben den theoretischen Inputs waren die Pflegeeltern eingeladen, eigene Erfahrungen einzubringen und konkrete Alltagssituationen zu schildern. Besonders intensiv wurde die Situation eines Pflegevaters beleuchtet, der von Herausforderungen aus seinem Familienalltag berichtete. Gemeinsam mit der Gruppe konnten neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden. Dabei wurde auch deutlich, wie wichtig es ist, das Verhalten von Kindern nicht vorschnell zu bewerten, sondern den „guten Grund“ dahinter zu verstehen – insbesondere vor dem Hintergrund ihrer oftmals belastenden biografischen Erfahrungen.
„Die Fortbildung hat deutlich gemacht, dass Konflikte zum Alltag einer Pflegefamilie dazugehören. Entscheidend ist, wie mit ihnen umgegangen wird. Mit dem richtigen Verständnis und einem geschärften Blick für die Bedürfnisse der Kinder können Pflegeeltern dazu beitragen, schwierige Situationen zu entschärfen und langfristig stabile Beziehungen zu fördern“, sagte Dennis Becker, Teamleiter Pflegedienst im Jugendamt der Stadt Düren, nach dem Ende der Fortbildungsveranstaltung.
