Altmünster/Düren. Mit einem offiziellen Festakt in Dürens österreichischer Partnergemeinde Altmünster ist das 55-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Düren-Niederau und Altmünster-Neukirchen besonders gewürdigt worden. Der Festakt fand im Rahmen des neu organisierten Seefestes in Altmünster statt und bildete einen der Höhepunkte des Jubiläumsjahres.
„55 Jahre Städtepartnerschaft – das sind mehr als fünf Jahrzehnte gemeinsamer Geschichte“, sagte Altmünsters Bürgermeister Martin Pelzer zur Begrüßung der Delegation aus dem Rheinland. Mit Blick auf das Jubiläum sprach er augenzwinkernd von einer „Platin-Hochzeit“ – einem Symbol für eine besonders lange und beständige Verbindung. „Dahinter stehen unzählige persönliche Kontakte, gegenseitige Besuche, gemeinsame Feste, enge Vereinsfreundschaften und Verbindungen, die über Generationen hinweg gewachsen sind“, so Pelzer.
Düren war unter anderem durch Bürgermeister Frank Peter Ullrich, die langjährige Partnerschaftsbeauftragte Sabine Briscot-Junkersdorf und den Vorsitzenden des Bezirksausschusses Niederau-Krauthausen Karl-Heinz Salentin MdR vertreten. Ebenso vor Ort war der langjährige Wegbegleiter der Partnerschaft und zudem Ehrenringträger der Marktgemeinde Altmünster, Paul Larue, der die Verbindung zwischen beiden Kommunen über viele Jahre maßgeblich mitgestaltet hat. Darüber hinaus waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Ortsvereine aus Niederau nach Altmünster gereist.
Besondere Akzente setzten auf Seiten Altmünsters unter anderem die beiden aus dem Ort stammenden österreichischen Nationalratsabgeordneten Elisabeth Feichtinger (SPÖ) und Bettina Zopf (ÖVP). Ihre Teilnahme unterstrich, dass die gewachsene Verbindung zwischen Düren und Altmünster weit über die kommunale Ebene hinaus wahrgenommen und geschätzt wird.
Für den festlichen musikalischen Rahmen sorgte der Musikverein Düren-Niederau 1971 e.V. unter dem Vorsitz von Raphaela Schauerte und dem musikalischen Leiter Linus Bey. Damit wurde beim Jubiläumsfest zugleich an die musikalischen Wurzeln der Partnerschaft erinnert.
Eine Freundschaft, die vor 55 Jahren offiziell besiegelt wurde
Die Geschichte der Partnerschaft beginnt einige Jahre vor ihrer offiziellen Begründung. Bereits 1965 entstanden erste freundschaftliche Kontakte zwischen dem Männergesangverein Niederau-Krauthausen und dem Musikverein Neukirchen. Aus diesen ersten Begegnungen entwickelte sich dann eine immer engere Verbindung zwischen den Menschen beider Orte. Am 18. Dezember 1971 wurde die Partnerschaft schließlich offiziell besiegelt. Die damals noch selbstständige Gemeinde Niederau und Neukirchen in der Marktgemeinde Altmünster unterzeichneten in Altmünster die Partnerschaftsurkunde.
Nur wenige Wochen später veränderte sich die kommunale Struktur in Düren. Zum 1. Januar 1972 wurde Niederau im Zuge der kommunalen Neugliederung in die Stadt Düren eingemeindet. Die Stadt Düren übernahm anschließend die Verpflichtungen aus der Partnerschaftsurkunde.
Die Verbindung zwischen Niederau und Neukirchen blieb jedoch bestehen. Aus einer Partnerschaft zwischen zwei Gemeinden entwickelte sich eine dauerhafte Verbindung zwischen Düren und Altmünster, die bis heute insbesondere von den Menschen in Niederau und Neukirchen getragen wird.
„55 Jahre Partnerschaft sind eine beeindruckende Zeitspanne. Das Besondere ist für mich, dass diese Verbindung nie bei offiziellen Terminen stehen geblieben ist. Wenn wir nach Düren kommen oder Gäste aus Düren bei uns in Altmünster empfangen, treffen wir Menschen, die wir kennen und mit denen uns gemeinsame Erinnerungen verbinden. Das ist gelebte Freundschaft“, sagte Altmünsters Bürgermeister Martin Pelzer in seiner Rede. „Viele Freundschaften sind über die Jahre entstanden, und oft begann diese Verbindung schon im Kindesalter, etwa beim Schulaustausch.“
Auch Dürens Bürgermeister Frank Peter Ullrich hob die persönliche Komponente in der Städtepartnerschaft zwischen Düren und Altmünster hervor: „Das ist weit mehr als eine formale Verbindung zwischen zwei Kommunen. Es sind 55 Jahre gelebte Freundschaft, unzählige Begegnungen und viele persönliche Geschichten.“ Gerade in einer Zeit, in der Europa vor großen Herausforderungen steht, zeigten Partnerschaften wie die zwischen Düren und Altmünster, wie wichtig persönliche Begegnungen, gegenseitiger Respekt und Verständnis füreinander sind.
Menschen geben der Partnerschaft ein Gesicht
Was 1971 mit einer Urkunde offiziell wurde, ist längst ein dichtes Netz persönlicher Beziehungen. Vereine, Feuerwehren, Freundeskreise und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben die Partnerschaft über Jahrzehnte getragen und weiterentwickelt. Gegenseitige Besuche, gemeinsame Feste, Wanderungen, musikalische Begegnungen, sportliche Aktivitäten und private Treffen gehören ebenso zur Geschichte wie die offiziellen Delegationsbesuche.
Für den langjährigen Partnerschaftsbeauftragten der Marktgemeinde Altmünster, Franz Spiesberger, der durch das Programm führte, war der Festakt „ein Wiedersehen der Generationen“. „Wenn eine Partnerschaft 55 Jahre Bestand hat, dann liegt das nicht an einer Urkunde, sondern an den Menschen. Wir haben uns über die Jahrzehnte immer wieder besucht, gemeinsam gefeiert und viele Freundschaften geschlossen. Aus den Menschen in Düren und Altmünster sind Freunde geworden. Das ist für mich der größte Erfolg dieser Partnerschaft“, zog Franz Spiesberger seine ganz persönliche Bilanz.
Die persönliche Dimension der Städtepartnerschaft mit Altmünster stellte auch Dürens langjährige Partnerschaftsbeauftragte Sabine Briscot-Junkersdorf in ihrer Ansprache heraus. Der direkte Austausch und die über Jahrzehnte gewachsenen persönlichen Verbindungen seien für sie das Fundament einer lebendigen Partnerschaft. „Unsere Städtepartnerschaft lebt von den Begegnungen zwischen den Menschen. Genau das wird im Jubiläumsjahr wieder eindrucksvoll sichtbar. Es ist schön zu sehen, mit wie viel Engagement sich Vereine, Institutionen und Bürgerinnen und Bürger auf beiden Seiten eingebracht haben und weiterhin einbringen“, betonte Sabine Briscot-Junkersdorf in ihrer Rede. Dabei sprach sie auch über ihre eigenen Erfahrungen aus vielen Jahren im Zeichen der Städtepartnerschaft. Zahlreiche persönliche Kontakte hätten sie sowohl beruflich als auch privat nachhaltig geprägt. „Sie sind Teil meines Lebens geworden!“
Ein Jubiläumsjahr voller Begegnungen
Der Festakt in Altmünster war einer der Höhepunkte des Jubiläumsjahres, das bereits zuvor zahlreiche Begegnungen ermöglicht hatte.
Beim Dürener Orchideensonntagszug wurde die Partnerschaft mit einem eigenen Festwagen sichtbar. Mitglieder der Niederauer Ortsvereine machten die 55-jährige Freundschaft auch beim traditionellen Dürener Karneval zum Thema.
Im Mai folgte ein deutsch-österreichisches Ortsfest in Niederau. Vereine, Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus Altmünster kamen zusammen, um die Partnerschaft gemeinsam zu feiern.
Auch die Reihe „Frauen on Tour“ wurde im Jubiläumsjahr fortgesetzt. Unter dem Motto „55 Jahre Abenteuer pur“ reisten 30 Dürener Frauen nach Altmünster. Gemeinsame Unternehmungen, Wanderungen, Gespräche und musikalische Begegnungen standen dabei im Mittelpunkt.
Das Jubiläum ist für beide Kommunen deshalb nicht nur Anlass für einen Rückblick, sondern auch ein Auftrag für die Zukunft. „Wenn wir heute auf 55 Jahre blicken, dann sehen wir vor allem, wie viele Menschen diese Partnerschaft mit Leben gefüllt haben. Dafür gilt mein besonderer Dank allen, die sich über Jahrzehnte engagiert haben – und allen, die heute dafür sorgen, dass diese Freundschaft weitergetragen wird“, sagt Frank Peter Ullrich.
Sabine Briscot-Junkersdorf bringt die Aufgabe für die kommenden Jahre auf einen einfachen Nenner: „55 Jahre sind ein großes gemeinsames Erinnerungsalbum. Jetzt geht es darum, neue Seiten hinzuzufügen.“
Nun gehen die Vorbereitungen für die kommenden Aktionen im Rahmen der Städtepartnerschaft weiter, beispielsweise bei der Beteiligung an der Partnerschaftsmeile auf dem Dürener Stadtfest, den Herren-Wandertagen in Altmünster im November und dem musikalischen Auftritt der bekannten Dreikönigsreiter aus Altmünster-Neukirchen in Düren im Advent.
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