Düren. Sie sind im Dürener Stadtgebiet unterwegs, pflegen Grünflächen, bepflanzen Beete und sammeln achtlos weggeworfenen Müll ein. Schon von Weitem sind sie an ihren grünen Westen zu erkennen. Auf deren Rückseite prangt eine Ameise – das passende Symbol für ein Projekt, bei dem gemeinsames Anpacken im Mittelpunkt steht.
Die fleißigen Helferinnen und Helfer gehören zu „ANT – Arbeit, Natur, Teilhabe“, einem Beschäftigungsprojekt, das Menschen mit Suchterfahrungen neue Perspektiven eröffnet und gleichzeitig zu einem gepflegteren Stadtbild beiträgt. Bürgermeister Frank Peter Ullrich, Sybille Haußmann, die zuständige Dezernentin des Kreises Düren, und der Leiter des Dürener Service Betriebs (DSB), Benjamin Savelsberg, haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jetzt bei ihrer Arbeit besucht und sich persönlich ein Bild von dem Projekt gemacht. Die Bilanz fällt ausgesprochen positiv aus: Seit dem Start Mitte Mai stößt die Aktion auf große Resonanz, bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ebenso wie in der Bevölkerung.
„Das Projekt zeigt hervorragend, wie soziale Teilhabe und der Einsatz für unsere Stadt miteinander verbunden werden können“, erklärte Bürgermeister Frank Peter Ullrich. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übernehmen Verantwortung, erleben, dass ihre Arbeit gebraucht und wertgeschätzt wird, und tragen gleichzeitig dazu bei, dass unsere Stadt sauberer und lebenswerter wird. Davon profitieren alle.“
„ANT“ ist ein gemeinsames Projekt des Sozialwerks Dürener Christen und der Caritas Suchthilfe Düren-Jülich. Im Auftrag der job-com des Kreises Düren richtet sich das Angebot insbesondere an Menschen mit Suchterfahrungen, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, also an Menschen, die Leistungen vom Jobcenter erhalten. Ziel ist es, ihnen durch regelmäßige, sinnvolle Beschäftigung eine verlässliche Tagesstruktur zu ermöglichen, persönliche Fähigkeiten zu stärken und neue gesellschaftliche sowie gegebenenfalls berufliche Perspektiven zu eröffnen. Die Teilnahme ist freiwillig und wird durch pädagogische Fachkräfte individuell begleitet.
Bei dem Projekt geht es nicht allein um die sichtbaren Ergebnisse im Stadtbild. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren durch ihre Arbeit Anerkennung und erleben, dass sie einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft leisten können. Gleichzeitig bietet das Projekt einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratung und Unterstützung. Durch die enge Zusammenarbeit von Sozialwerk und Suchthilfe können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Bedarf auch an weiterführende Hilfsangebote herangeführt werden. „Die Nachfrage nach den verfügbaren Plätzen ist groß. Die vorgesehenen 20 Plätze waren innerhalb kurzer Zeit belegt“, berichtete Christian Siebertz, pädagogischer Leiter des Sozialwerks Dürener Christen. „Für ein Aktivierungsprojekt ist diese hohe Auslastung bemerkenswert. Besonders erfreulich ist dabei, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schnell zu einem Team zusammengewachsen sind und ihre Aufgaben mit großem Engagement wahrnehmen.“
Auch Kreisdezernentin Sybille Haußmann würdigte die Arbeit der Projektgruppe: „Ich bin beeindruckt, mit welchem Engagement die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts im Einsatz sind und mit welcher Zuverlässigkeit sie bei Wind und Wetter jeden Tag auf den Straßen und Plätzen in Düren unterwegs sind“, sagte sie bei dem Ortstermin.
Die „ANT“-Einsätze erfolgen in enger Abstimmung mit dem Dürener Service Betrieb und ergänzen dessen regulären Einsätze. Auch DSB-Leiter Benjamin Savelsberg bewertet die Zusammenarbeit positiv: „Die Unterstützung durch das Projekt ist eine wertvolle Ergänzung unserer Arbeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind mit großem Einsatz dabei und übernehmen Aufgaben, die unmittelbar sichtbar werden. Gleichzeitig erleben sie, dass ihr Engagement etwas bewirkt. Die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend und zeigt, was möglich ist, wenn unterschiedliche Partner gemeinsam an einem Strang ziehen.“
Finanziert wird „ANT“ über den Kreis Düren beziehungsweise die job-com. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich für ihre Einsätze jeweils morgens im Café D in der Bismarckstraße anmelden. Die Arbeitszeit liegt in der Regel zwischen 10 und 13 Uhr. Für die geleistete Tätigkeit erhalten sie eine Aufwandsentschädigung von 1,80 Euro pro Stunde, die noch am selben Tag ausgezahlt wird. Das Projekt ist ausdrücklich als zusätzliches Angebot ausgelegt. Es soll keine regulären Arbeitsplätze ersetzen, sondern Menschen in einem geschützten und unterstützenden Rahmen die Möglichkeit geben, sich einzubringen, eigene Stärken zu entdecken und wieder stärker am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
„Mit ANT schaffen wir einen zusätzlichen Ansatz, der gleich in mehrfacher Hinsicht wirkt: Wir verbessern das Stadtbild, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und eröffnen Menschen neue Chancen“, betonte Bürgermeister Frank Peter Ullrich zum Abschluss des Besuchs. „Besonders freut es mich natürlich, wie positiv das Projekt von den Dürenerinnen und Dürenern wahrgenommen wird.“