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Zwischen himmlischer Leichtigkeit und leidenschaftlichem Tango

Benefizkonzert mit Silke Aichhorn und Dejan Gavric (Foto: Pressestelle)

Silke Aichhorn und Dejan Gavric sind ein eingespieltes Team. Zwei Vollblutmusiker, die aber auch menschlich auf einer Wellenlänge sind. Gleich zwei Abende lang verzauberte das „Duo Flöte-Harfe“ am Wochenende die Zuhörerinnen und Zuhörer, zunächst in der Franz-Sales-Kirche Jülich, dann in der Dürener Marienkirche. Die Harfe von Silke Aichhorn und die Flöte von Professor Dejan Gavric begegneten sich auf eine Weise, die mal träumerisch und zart, mal lebendig und temperamentvoll war. Dabei entfalteten die beiden Instrumente ihre unterschiedlichen Charaktere: die tiefen, tragenden Resonanzen der Harfe und die scheinbare Schwerelosigkeit der Flöte. Die Benefizkonzerte zugunsten der Hospizbewegung Düren-Jülich und der Lebens- und Trauerhilfe Düren bewegten sich zwischen himmlischer Leichtigkeit und leidenschaftlichem Tango. Die in Oberbayern lebende Harfenistin ist seit fünf Jahren Botschafterin der Hospizbewegung an der Rur, seit dem Jahr 2002 spielt sie mit Dejan Gavric, Professor für Flöte und Kammermusik an der Hochschule für Musik in Mainz, im Duo. „Wir freuen uns, die wichtige Arbeit unterstützen zu können“, bedankte sich Silke Aichhorn für die Einladung aus dem Kreis Düren. „Wir wollen die hospizliche Idee voranbringen und bekannt machen. Aber gerade in unruhigen Zeiten geht es auch darum, einmal entspannen zu können, Kraft für die neue Woche tanken zu können“, sagte Dr. Detlef Struck, Vorsitzender der Hospizbewegung Düren-Jülich. „Die Anfrage nach Trauerbegleitungen hat stark zugenommen. Solche Konzerte sind auch Werbung in eigener Sache, wir sind immer auf der Suche nach Ehrenamtlichen, die uns unterstützen“, fügte Martina Schütz-Berg vom Verein Lebens- und Trauerhilfe hinzu. Der Erlös der Benefizkonzerte soll für die Ausbildung der Ehrenamtlichen verwendet werden, denn beide Vereine sind auf qualifizierten Nachwuchs im Ehrenamt angewiesen, um die steigende Nachfrage bedienen zu können.

Direkt ins Herz

Doch zurück zur Musik, die über den Umweg der Ohren direkt ins Herz zielte: Schon die Sonate in g-Moll von Silke Aichhorn und Professor Dejan Gavric spielten in Düren und Jülich je ein Benefizkonzert zugunsten der Hospizbewegung Düren-Jülich und der Lebens- und Trauerhilfe Düren. Carl Philipp Emanuel Bach und das anschließende Andante in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart zeigten, wie schön sich die Klangwelten von Harfe und Flöte ergänzen. In Marcel Grandjanys „Fantaisie sur un Thème de Haydn“ gehörte die Kirche ganz der Harfe. Das Stück verlangte der Musikerin einiges ab: Die große Konzertharfe ist ein ausgesprochenes Multitasking-Instrument, sie wird mit acht Fingern und beiden Füßen gespielt, die sieben Pedale verändern die Tonhöhe der Saiten. Jede Bewegung muss sitzen. Dass hinter den scheinbar mühelosen Klängen viel Konzentration und körperliche Arbeit stecken, erzählte sie dem Publikum in der Marienkirche mit viel Humor. „Ich wurde schon einmal gefragt: Müssen Sie immer so grantig schauen?“, berichtete Silke Aichhorn augenzwinkernd. „Ich versichere Ihnen, ich bin heute bester Laune“, sagte die Harfenistin, die sich in der Pause viel Zeit nahm, ihr Instrument zu erklären.

Ein Abend voller Kontraste

Als der Geigenvirtuose Louis Spohr im Jahr 1805 seine Sonate in c-Moll komponierte, hatte er die junge Harfenistin Dorette Scheidler vor Augen, in die er sich verliebt hatte. Nach intensiver Probenarbeit heiratete er die Angehimmelte, das Ehepaar reiste und konzertierte viel. „Das Publikum war vom Stück immer so begeistert, dass es zehn Zentimeter über den Stühlen schwebte“, berichtete Silke Aichhorn. Eine Herausforderung, die das Duo mit der Fassung für Harfe und Flöte annahm. Mit Gabriel Faurés „Sicilienne“ aus „Pelléas et Mélisande“ blieb es im Programm lyrisch und beinahe „schwebend“. Claude Debussys „Syrinx“ wiederum war ein Solo- Stück für Flöte. Die Melodie erinnerte an mythische Planflötenklänge und ließ Raum für eigene Bilder und Gedanken. In Camille Saint-Saëns‘ Fantasie op. 124 kamen Harfe und Flöte wieder zusammen. Klanglich reizvoll war schließlich der Ausflug in die Welt des Tangos: Astor Piazzollas „Bordel 1900“ und „Café 1930“ aus der „Histoire du Tango“ erzählten musikalisch von der Entwicklung dieses Genres. Aus einer zunächst rauen, lauten und lebhaften Straßenmusik wurde eine zunehmend melancholische, beinahe intime Klangsprache. Auch hier zeigte das Duo, wie wandelbar die Instrumente sind. Es war ein Programm voller Kontraste, das den Zuhörerinnen und Zuhörern immer wieder neue Klangräume eröffnete.

Quelle: Hospizbewegung Düren-Jülich

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