Ihre Anzeige hier? Jetzt informieren

Radfahren in der Dürener Fußgängerzone bald ganz verboten?

Hinweisschilder für Radfahrer in der Dürener Fußgängerzone

Die Fußgängerzone in der Dürener Innenstadt ist, wie der Name schon sagt, hauptsächlich den Menschen vorbehalten, die zu Fuß gehen. Doch sie wird auch von Radfahrern benutzt. Was für diese Verkehrsteilnehmer erlaubt ist, unterscheidet sich aktuell in den verschiedenen Teilen der Fußgängerzone. CDU und SPD wollen die Regelungen nun vereinheitlichen und für mehr Sicherheit sorgen. Das geht aus einem Antrag hervor, der am 17. Juni im Verkehrs- und Bauausschuss behandelt wird.

Schwerer Unfall löst Diskussion aus

Anlass der Diskussion ist ein Unfall am 10. Mai, bei dem ein kleines Kind schwer verletzt wurde. Der Zweijährige war mit seiner Mutter in der Außengastronomie am Marktplatz unterwegs und wurde beim Spielen von einem rasenden Radfahrer erwischt, der dort gar nicht hätte fahren dürfen. Der Unfallverursacher beging trotz der Verletzungen des Kindes noch Fahrerflucht. Mehr dazu gibt es in der Polizeimeldung.

Regelchaos für Radfahrer

Abseits des Fehlverhaltens dieses Täters ist bisher nicht einheitlich geregelt. Die Regeln unterscheiden sich, je nachdem in welchem Teil der Fußgängerzone man unterwegs. Bisher sehen die Vorgaben folgendermaßen aus:

  • Die Kölnstraße ist derzeit für Radfahrer freigegeben.
  • Der Marktplatz darf von Radfahrern nur genutzt werden, wenn gerade kein Wochenmarkt stattfindet.
  • In der Wirtelstraße besteht ein Fahrverbot zwischen 9.00 und 20.00 Uhr.
  • Die Hirschgasse ist für Radfahrer komplett verboten.

Dieses Durcheinander sorgt bei allen Nutzern der Fußgängerzone für Unklarheiten und Unsicherheit. Nach Angaben der Polizei erschwert dies auch das Verständnis für die Regeln und deren Durchsetzung.

Wenn man die aktuelle Beschilderung genauer betrachtet, wird noch deutlicher, wie unübersichtlich die Situation ist. Das Verbotsschild an der Hirschgasse ist nur von der Wirtelstraße aus zu sehen. Am Übergang vom Kaiserplatz zum Markt sind viele verschiedene Schilder übereinander angebracht. Das Schild, das den Beginn der Fußgängerzone in der Kölnstraße anzeigt und diese aktuell noch für Radfahrer freigibt, ist kaum zu erkennen, weil es von den Tischen und dem Sonnenschirm des dortigen Eiscafés verdeckt wird.

CDU und SPD greifen Antrag der IG City auf

Der beschriebene Unfall brachte die IG City dazu, einen Antrag an die CDU und SPD im Dürener Stadtrat zu richten. Der IG-City-Vorsitzende Ulf Minartz, der zugleich CDU-Mitglied und sachkundiger Bürger ist, wohnt selbst in der Kölnstraße. Er beobachtet dort regelmäßig Radfahrer mit überhöhter Geschwindigkeit, die sich nicht an die Begebenheiten in der Fußgängerzone anpassen. Er bevorzugt eine Vollsperrung. Als Minimum fordert er, den Bereich Markt, Kölnstraße und Wirtelstraße tagsüber zu sperren. Die beiden Koalitionsfraktionen haben den Antrag der IG City fast identisch in den Ausschuss eingebracht.

Vollsperrung oder mindestens Vereinheitlichung

In dem Antrag heißt es, dass auch aus Sicht der Polizei eine Vollsperrung der Fußgängerzone für die Radfahrer erwünscht ist. Dann wäre die Regelung passend zum schon verhängten Verbot für Fahrer von E-Scootern, die ebenfalls noch schwierig durchzusetzen ist. Die Stadtverwaltung soll mit der Polizei und dem Ordnungsamt ein Sicherheitskonzept erarbeiten. Wenn es keine komplette Sperrung gibt, gilt als Mindestziel „eine einheitliche Regelung der Befahrungszeiten innerhalb der gesamten Fußgängerzone“.

Die mobile Version verlassen