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Sozialraumbericht: Düren wird älter und ist auf Migration angewiesen

Einwohnerdichte Stadt Düren (Foto: Stadt Düren)

Quelle: Sozialraumbericht 2026

Wo leben in der Stadt Düren besonders viele jüngere oder ältere Menschen? Wo gibt es einen hohen Anteil von Migranten? Wie ist die Bevölkerungsentwicklung bezüglich Zuzug/Wegzug und den Geburten- und Sterberaten. Antworten auf diese und andere Fragen liefert der Sozialraumbericht der Stadt Düren. Das erste Dokument dieser Art wurde 2020 veröffentlicht. Am 25. März 2026 wird im Ausschuss für Soziales, Wohnen und Inklusion die Neuauflage vorgestellt. Wir haben uns mal einen Überblick verschafft, was sich in den vergangenen sechs Jahren verändert hat.

Wachsende Bevölkerung wird älter

Die erste Erkenntis: Düren wächst weiter und ist auf dem Weg zur Großstadt. Dieser Status wäre bei 100.000 Einwohnern erreicht. 2020 gab es gut 93.000 Einwohner. Mittlerweile leben rund 96.000 Menschen in der Stadt. Diese sind im Schnitt älter geworden, das Alter hat einen Median von 43 Jahren. Während die jüngeren Menschen eher im Stadtkern wohnen, sind die umliegenden Stadtteile mehr von älteren Menschen bevölkert.

Anteil von Migranten steigt

Der Bevölkerungszuwachs in Düren ist zu einem großen Teil mit dem zunehmenden Anteil von Migranten zu erklärtn. Der Anteil von ausländischen Staatsangehörigen in Düren ist von rund 17% im Jahr 2020 auf jetzt 20,8% gestiegen. Die höchsten Anteile gibt es im Stadtkern-Nordwest mit 47% sowie in der Wörthsiedlung und im Stadtzentrum mit 28-29%. Sehr niedrig ist die Quote in Birgel mit 3,3% sowie Berzbuir/Kufferath mit 4,4%

Mehr Sterbefälle als Geburten

Die Migranten gleich auch den Verlust aus, der auf natürliche Weise entsteht. Nach Zahlen von 2023 stehen 1.282 Sterbefällen nur 956 Geburten gegenüber. Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt, was auch zur alternden Bevölkerung passt.

Demgegenüber stand 2023 mit 7.370 Zuzügen bei 7.303 Wegzügen ein minimales Plus in der Wanderungsbewegung. Besonders viel Veränderung gab es neben dem Stadtkern im Jagdfeld und Grüngürtel.

Immer mehr Einpersonen-Haushalte

Auch die Struktur der Haushalte hat sich verändert. Immer mehr Wohnungen werden nur von einer Person bewohnt. Im Jahr 2023 waren von den 46.339 Haushalten in Düren rund 45% Einpersonen-Haushalte. Die Tendenz zur Vereinzelung nimmt zu. Das zeigt sich auch bei den Alleinerziehenden. Knapp ein Viertel aller Haushalte mit Kindern waren alleinerziehend.

Prognose: Düren droht Bevölkerungsrückgang

Der Sozialraumbericht 2026 wurde statistisch deutlich aufgewertet. In der neuen Ausgabe wurde der Demografiemonitor, der über die Bevölkerungszahlen informiert, in den Bericht aufgenommen. Dadurch lassen sich Prognosen zur Bevölkerung bis 2049 lesen.

Dort wird die wichtige Erkenntnis bestätigt: Düren braucht die Migration. Ohne den Zuzug von außen droht in den nächsten Jahrzehnten ein Rückgang der Einwohnerzahl um 12%.

Veränderungen in einzelnen Sozialräumen im Überblick

SozialraumEntwicklung 2020Situation 2026Wichtigste Veränderung
Stadtkern-Nordwestsozial belasteter Bereich mit hohem Jugendanteilsehr junges Quartier (Median 36), sehr hoher Migrantenanteil (47%)stärkste Konzentration von Migration und jungen Familien
Wörthsiedlungbereits hoher Kinderanteilhöchster Jugendquotient der StadtKinder- und familienreichster Sozialraum
Ostwachsendes Wohngebietpositiver natürlicher Saldo (+41) und viele Geburteneiner der wenigen Sozialräume mit Bevölkerungszuwachs
Birkesdorfgroßes Wohngebiet mit stabiler Strukturweiterhin hohe Geburtenzahlenwichtiger Wohnstandort für Familien
Stadtkern-Ostdicht besiedelter Innenstadtbereichgrößter Sozialraum (11% der Bevölkerung)zunehmende Bevölkerungsdichte
Jagdfeld & Grüngürtelgemischte Sozialstrukturhoher Wanderungsgewinnstark dynamischer Wohnraum
Gürzenicheher stabiler Stadtteilviele Zuzüge durch Unterkunftseinrichtungstarke kurzfristige Migration
Rölsdorfmittelalter Stadtteilnegativer natürlicher Saldo (–52)deutliche Alterung
Niederau/Krauthausenältere Bevölkerungsstruktursehr hoher AltenquotientAlterung verstärkt sich
Birgelländlicher Stadtteilhöchstes Medianalter (53 Jahre)stärkste Überalterung
Berzbuir & Kufferathkleinster Sozialraumälteste Bevölkerungsstrukturstark alternd

Hinweis: Der Vergleich zu den Sozialraumberichten erfolgte mit Hilfe Künstlicher Intelligenz, die es ermöglichte, wichtige Veränderungen aus den sehr umfangreichen Dokumenten zu erkennen.

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