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Bürgermeister Frank Peter Ullrich empfängt Kevin Dabo im Rathaus

Zwei Männer geben sich die HandStadt Düren

Düren. „Als ich zum ersten Mal seine Stimme gehört habe, war das sehr emotional. Ich hatte ein Bild von ihm im Kopf – aber plötzlich war da seine Stimme. Da sind natürlich ein paar Tränen geflossen.“ Für Kevin Dabo war das erste Telefonat mit seinem Vater ein Moment, den er nicht vergessen wird. 

Ende Oktober will der 33-jährige Dürener nun aufbrechen, um aus diesem Telefonat eine echte Begegnung werden zu lassen. Sein Ziel: sein Vater in Ghana. Sein Weg dorthin: zu Fuß und mit dem Fahrrad.

Rund 9.000 Kilometer liegen zwischen Düren und seinem Ziel in Westafrika. Geplant sind 111 Tage, die Kevin Dabo unterwegs sein wird. Bürgermeister Frank Peter Ullrich hat ihn jetzt vor dem Start seiner außergewöhnlichen Reise ins Rathaus eingeladen, um mehr über den Menschen, seine Geschichte und die Motivation hinter dem Vorhaben zu erfahren. Denn für Kevin Dabo geht es um mehr als eine sportliche Herausforderung. Sein Vater lebt in Ghana. Seitdem Kevin drei Jahre alt war, fehlte der Kontakt zwischen den beiden. Bis vor etwa zwei Jahren plötzlich eine WhatsApp von seinem Vater auf Kevins Smartphone einging. 

Und schließlich folgte jenes emotionale Telefonat, in dem der Dürener seinen Vater zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder sprach. „Das Telefonat haben wir aufgenommen und auf Social Media gepostet. Die Resonanz war enorm, insgesamt habe ich rund acht Millionen Menschen damit erreicht. Und ich habe ganz viele Rückmeldungen dazu bekommen. Unter anderem haben mir Väter geschrieben, die von ihren Familien getrennt leben, und sich wegen des Videos wieder bei ihren Kindern gemeldet haben“, berichtete Kevin Dabo dem Bürgermeister. 

„Diese Geschichte berührt mich sehr. Kevin hat sich eine gewaltige Strecke und ein gewaltiges Projekt vorgenommen. Wenn man hört, was ihn antreibt, versteht man, dass hinter diesem Weg noch viel mehr steckt. Ich wünsche ihm für diese außergewöhnliche Reise Kraft, Ausdauer und vor allem, dass am Ende genau der Moment auf ihn wartet, für den er all das auf sich nimmt.“

Von Düren aus wird Kevin Dabos Route zunächst durch Deutschland, Frankreich und Spanien verlaufen. Von Südspanien aus geht es für ihn mit der Fähre nach Marokko, dann weiter über die Westsahara, Mauretanien, Senegal, Guinea und die Elfenbeinküste bis nach Ghana. Pro Tag wird der 33-Jährige einen Halbmarathon, also etwa 21 Kilometer, laufen und 60 Kilometer mit dem Rad fahren – lediglich zwischen Spanien und Marokko steigt er auf eine Fähre um. 

Auf dem Weg nach Südspanien wird Kevin Dabo von ein paar Freunden und einem Filmemacher begleitet. In Afrika wird er zunächst auf sich alleine gestellt sein, bevor er zum Ende hin wieder Begleiter an seiner Seite haben wird. Seine außergewöhnliche Reise möchte der Dürener auch in den sozialen Medien begleiten. Über Instagram, YouTube und TikTok will er von unterwegs berichten und die Menschen an den Begegnungen, Herausforderungen und besonderen Momenten auf seinem langen Weg nach Ghana teilhaben lassen – und natürlich auch an seinem Wiedersehen mit seinem Vater.

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