Düren braucht weiterhin viele neue Wohnungen, um den Bedarf an Wohnraum zu decken. Dabei sollen der neue Flächennutzungsplan und die Schließung von Baulücken im Bestand helfen. Doch CDU und SPD fehlt das Tempo in der Entwicklung. Deshalb haben die beiden Parteien einen Antrag eingerichtet und der Stadtverwaltung kritische Fragen gestellt. Dieser Antrag wurde vom Stadtrat an die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am 22. September verwiesen. Die Verwaltung spricht in der darauf reagierenden Mitteilungsvorlage zwar davon, dass sie einige Weichen gestellt habe. Aber sie reagiert weitgehend ausweichend und bringt keinen Zug rein.
64 Hektar neue Wohngebiete, 70 Hektar durch Lückenschließungen
Bereits im Juli 2026 hatten die beiden Koalitionsparteien eine Strategie gefordert. Sie verwiesen darauf, dass im aktuellen Flächennutzungsplan 64 Hektar für neue Wohngebiete ausgewiesen seien. Außerdem war dort schon die Rede von 70 Hektar, die durch das sogenannte Innenentwicklungspotential, also Lückenschließungen und Nachverdichtungen, zusätzlich genutzt werden könnten.
Kritische Nachfragen, ausweichende und pauschale Antworten
Der Stadtrat verwies den Antrag von CDU und SPD im Juli an den Fachausschuss. Jetzt hat die Stadtverwaltung auf die Fragen eher ausweichend und pauschal auf die Fragen reagiert.
Sie gibt die Verantwortung zunächst an die Eigentümer der Grundstücke und die Projeklentwickeler weiter. Deren Mitwirkungsbereitschaft sei „aufgrund der nach wie vor schwierigen konjunkturellen Lage im Wohnungsmarkt noch sehr zurückhaltend. Insbesondere die hohen Finanzierungs-, Bau- und Erschließungskosten im Zusammenspiel mit in den letzten Jahren stark gestiegenen Bodenpreisen machen Neuentwicklungen von Baugebieten zurzeit sehr herausfordernd.“ Die erste Frage der Koalitionäre, welche neuen Flächen zuerst mobilisiert werden, wird nicht konkret beantwortet.
Auf die Frage, wie das Innenstadtpotential besser genutzt werden könne, verweist die Stadt auf den rechtlichen Grundsatz, dass Innen- vor Außenentwicklung gehe. Bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplan habe eine Neuaufstellung des Flächennutzungsplans habe eine Auwertung gezeigt, dass durch Nachverdichtung ungefährt doppelt so viele Wohneinheiten pro Hektar geschaffen werden könnten wie auf der grünen Wiese, nämlich rund 80 statt 40. Die Verwaltung verweist auf beschleunigte Verfahren nach § 13 und § 13a BauGB, spricht aber auch von hohem planerischen Aufwand, begrenzten Flächen und Altlasten sowie zu hohen Preisvorstellungen der Eigentürmer
CDU und SPD wollten außerdem wissen, welche Aufgaben die Stadt selbst übernimmt und wo der Einsatz von Dienstleistern sinnvoll ist. Die Verwaltung verweist dabei auf bereits bekannte Instrumente und die Zusammenarbeit mit Projektentwicklern. Dazu gehört die Baulandstrategie von 2023, mit der die Stadt mehr Einfluss nehmen und v.a. den sozialen Wohnungsbau fördern wollte. Durch eine „proaktive Grundstückspolitik soll die Stadt in die Lage versetzt werden, Projekte zu initiieren und nach ihren Vorstellungen zu entwickeln“. Als einziges Beispiel wird ein Projekt an der Gneisenaustraße / Grünzug-Ost genannt. Die Stadt nennt außerdem den im Sommer beschlossenen „Bau-Turbo“ als planungsrechtliches Instrument. Hierbei hat sie allerdings bereits selbst auf die Bremse getreten.
Grundsteuer C könnte helfen
Eine einfache Möglichkeit, die den Druck auf die Grundstückseigentümer erhöhen und somit die Wohnraum-Entwicklung beschleunigen könnte, hat die Stadt Düren nicht genutzt. Die Hebesätze für die Grundsteuer A und B wurden Ende 2024 angepasst. Eine Grundsteuer C wurde allerdings nicht eingeführt. Dabei bietet das Land NRW diese Möglichkeit an, unbebaute Grundstück damit separat zu besteuern. Dadurch würden bebaubare, ungenutzte Wohnbaugrundstücke teurer und als Spekulationsobjekt uninteressant. Hierüber hatten wir schon mal berichtet:
