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Hambacher Wald: Antje Grothus diskutiert mit BUND NRW über den Weg zum Wildnisentwicklungsgebiet

Antje Grothus mit BUND im Hambacher Wald


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Rund 60 Interessierte nahmen am Dienstag, 21.7., an einer rund zweieinhalbstündigen Führung durch den Hambacher Wald teil. Die grüne Landtagsabgeordnete Antje Grothus hatte im Rahmen der einwöchigen Sommer-Umwelttour der Arbeitsgemeinschaft Umwelt der Grünen Landtagsfraktion dazu eingeladen, unter fachkundiger Begleitung von Vertretern des BUND NRW den aktuellen Zustand des Waldes zu erkunden und über seine Zukunft zu sprechen. Begleitet wurde sie dabei von ihren Fraktionskolleg*innen Norika Creuzmann, Gregor Kaiser, Astrid Vogelheim und Volkhard Wille.

Erst vor wenigen Wochen wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht: Der Hambacher Wald soll in öffentliches Eigentum übergehen, dauerhaft unter Schutz gestellt und als Wildnisentwicklungsgebiet entwickelt werden. Zudem sollen Waldkorridore den Hambacher Wald künftig mit der Steinheide und dem Merzenicher Erbwald verbinden. Bis Ende des Jahres werden die Eckpunkte nun in einem verbindlichen Vertrag konkretisiert.

„Die Einigung ist ein wichtiger Meilenstein und das Ergebnis jahrzehntelangen Engagements unzähliger Menschen. Gleichzeitig stehen wir jetzt an einem entscheidenden Punkt: Bis Ende des Jahres werden die konkreten Vereinbarungen ausgehandelt. Dabei gibt es noch wichtige Fragen zu klären: wie der dauerhafte Schutz des Waldes rechtlich abgesichert wird, wie die Waldverbundkorridore umgesetzt werden und wie sichergestellt wird, dass sich die Natur langfristig ungestört entwickeln kann“, erklärt Antje Grothus.

Während des Spaziergangs machten die Vertreter des BUND NRW deutlich, wie eng die heutige Perspektive des Hambacher Waldes mit jahrzehntelangem zivilgesellschaftlichem Engagement verbunden ist.

Adalbert Niemeyer-Lüllwitz (BUND NRW) erinnerte anhand historischer Aufnahmen aus Oaktown an die großflächigen Rodungen im Jahr 2018. Die Bilder zeigten eindrucksvoll, wie stark die Eingriffe damals waren – und zugleich, wie bemerkenswert sich die Natur viele Flächen inzwischen zurückerobert hat. Diese natürliche Entwicklung zuzulassen und zu fördern sei genau das Ziel eines Wildnisentwicklungsgebietes.

Dirk Jansen (BUND NRW) zeichnete den langen juristischen Weg des BUND NRW nach. Er erinnerte an die erfolgreichen Klagen gegen die Rodungspläne und die gerichtlichen Rodungsstopps in den Jahren 2017 und 2018, die zu einem Wendepunkt im Konflikt um den Hambacher Wald wurden. Der heutige Erfolg sei ohne die Beharrlichkeit der Umweltverbände und vieler Engagierter nicht denkbar gewesen. Jetzt sei es wichtig, dass der Hambacher Wald auch formal einen Schutzstatus erhalte und sich künftig frei von jeglicher Nutzung selbst entwickeln könne.

Holger Sticht (Landesvorsitzender BUND NRW) lenkte den Blick auf die botanische Artenvielfalt des Waldes. Auwald-Pflanzen wie Blutampfer oder die Winkel-Segge seien Hinweise auf die stellenweise gute Vernässung des Gebietes in den letzten Jahren, mit Rasen-Schmiele und Esche seien typische Arten des maßgeblichen FFH-Lebensraumtyps verbreitet. Trotz der Belastungen der vergangenen Jahrzehnte und den Auswirkungen der Klimakrise zeige der Wald damit eine erstaunliche ökologische Widerstandskraft. Sein Fazit machte vielen Teilnehmenden Mut: „Stand heute ist die Perspektive für den Hambacher Wald sehr gut. Die Ausweisung als Wildnisentwicklungsgebiet ist aus Sicht des BUND NRW der richtige nächste Schritt.“

Für Antje Grothus war der Spaziergang deshalb auch ein Zeichen des gemeinsamen Aufbruchs: „Der Hambacher Wald steht wie kaum ein anderer Ort für den Einsatz der Zivilgesellschaft. Dass wir heute nicht mehr über seine Rodung, sondern über seine Zukunft als Wildnis sprechen können, ist alles andere als selbstverständlich. Jetzt gilt es, diesen Schritt sorgfältig auszugestalten und dauerhaft abzusichern. Der Hambacher Wald verdient die bestmögliche Zukunft – dafür setzen wir uns gemeinsam ein.“

Zum Abschluss des Spaziergangs stieß auch Merzenichs Bürgermeister Georg Gelhausen hinzu. Er berichtete über den aktuellen Stand der Gespräche rund um die Zukunft des Hambacher Waldes und betonte, dass der Dialog mit den Menschen, die den Wald bewohnen, fortgesetzt werde. Ziel sei es, gemeinsam eine einvernehmliche Lösung zu finden, die auch die Sichtbarkeit der Protestgeschichte an diesem besonderen Ort berücksichtigt.