Was haben eine längst verschwundene Badeanstalt, belgische Motorradfahrer, das Rettungsschwimmen und die Fotografische Gesellschaft Düren gemeinsam? Sie alle gehören zur bewegten Lebensgeschichte von Heinz Jörres. Am Donnerstag, 15. Oktober, um 19 Uhr nimmt der Vorsitzende der Fotografischen Gesellschaft Düren auf der Couch im Stadtmuseum Platz und erzählt aus seinem vielseitigen Leben. Durch den Abend führt in gewohnt gekonnter Weise Leo Neustraßen, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stadtmuseums.
Geboren wurde Heinz Jörres 1952 im elterlichen Haus an der Tivolistraße, ganz in der Nähe der Rurbrücke. Seine Kindheit spielte sich vor allem rund um die Rur ab: Stadtpark, Rurufer und im Sommer die damalige Rur-Badeanstalt waren die Spielplätze von ihm und seinen Freunden. Hier lernte er schwimmen und legte seine ersten Schwimmscheine ab. Noch als Grundschüler an der Peschschule erwarb er – auf Anregung seines Lehrers Honrath, genannt „Lupo“ – den DLRG-Grundschein.
Die Begeisterung für die DLRG sollte ihn noch viele Jahre begleiten. Nach einer Schlosserlehre engagierte er sich ehrenamtlich als Badeaufsicht am Echtzer See und war am Aufbau der dortigen DLRG-Badeaufsicht beteiligt. Leistungsschein und Lehrschein folgten, ebenso die Ausbildung zum Rettungstaucher und der Bootsführerschein für Binnengewässer. Ganz nebenbei lernte er bei der DLRG auch seine spätere Ehefrau kennen.
Doch das war längst nicht die einzige ungewöhnliche Station seines Lebens. Nach dem Wehrdienst stieß Jörres zu einer Dürener Motorradvereinigung, die sich regelmäßig an verschiedenen Orten der Stadt traf. 1973 gründete er gemeinsam mit deutschen und belgischen Motorradfahrern und dem belgischen Militärpfarrer Herrmann Brouwers den „Motorradclub Düren e.V.“. Das Motto des Vereins lautete: „Freundschaft ohne Grenzen – Zusammen fahren, zusammen leben“.
Auf dem Gelände der damaligen belgischen Kaserne an der Panzerstraße entstand ein eigenes Clubhaus. Die Mitglieder organisierten Orientierungsfahrten und Wettbewerbe, unternahmen gemeinsame Ausfahrten und verbrachten viel Zeit mit dem gemeinsamen Hobby. Als die belgischen Streitkräfte in den 1980er Jahren Düren verließen, nahm die Zahl der Mitglieder zwar stark ab – der „MC Düren“ soll jedoch bis heute in Belgien bestehen.
Auch beruflich blieb Jörres den Fahrzeugen verbunden. Nach seiner Meisterprüfung als Schlosser im Jahr 1978 arbeitete er in einem Dürener Betrieb, der Fahrzeuge technisch aufrüstete. In seiner heimischen Werkstatt konstruierte er außerdem Bauteile für spezielle Moto-Cross-Motorräder. Die Freundschaft zu Herrmann Brouwers blieb ebenfalls bestehen und ging weit über das gemeinsame Motorradfahren hinaus, wie Jörres im Stadtmuseum berichten wird.
Eine weitere Leidenschaft begleitete den „Couchgast“ bereits während seiner Zeit beim Motorradclub: die Fotografie. Anfang der 1980er Jahre nahm er Kontakt zur Fotografischen Gesellschaft Düren auf, besuchte Fortbildungen an der Volkshochschule und wurde 1988 Mitglied. Seither hat er zahlreiche Dürener Veranstaltungen – von Vernissagen und Ausstellungen bis hin zu Jubiläumsfeiern – fotografisch begleitet. Seit einigen Jahren steht er als Vorsitzender an der Spitze der Fotografischen Gesellschaft Düren.
Auf der Couch im Stadtmuseum wird Heinz Jörres von diesen ganz unterschiedlichen Stationen seines Lebens erzählen. Eine umfangreiche Bilderpräsentation lässt dabei viele Erinnerungen lebendig werden – und verspricht einen ebenso persönlichen wie abwechslungsreichen Abend mit Einblicken in ein Stück Dürener Stadtgeschichte.
Die Veranstaltung findet im großen Ausstellungssaal des Stadtmuseums Düren, Arnoldsweilerstraße 38, im Erdgeschoss statt und ist barrierefrei zugänglich. Einlass ist ab 18.30 Uhr, Beginn um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.







Heinz Jörres