Friedensmahnmal in Düren: Atomwaffen ächten!

Das Friedensmahnmal vor dem Haus der Stadt wurde feierlich enthüllt. Foto: Stadt Düren


Düren. „Vor gut einem Jahr ist die Idee entstanden, über Monate gewachsen und jetzt Wirklichkeit geworden“, sagte Pfarrerin Vera Schellberg von der FriedensGruppe Düren bei der feierlichen Enthüllung eines Friedensmahnmals vor dem Haus der Stadt am Jahrestag des Abwurfs der Atombombe auf Hiroshima. Die FriedensGruppe Düren, ein Zusammenschluss verschiedener Gruppen, die sich alle dem Thema „Frieden“ verschrieben haben, hatte die Initiative zur Errichtung des Denkmals ergriffen. „Und viele haben dazu beigetragen, die Idee mit Leben zu füllen“, erklärte Vera Schellberg.

„Unser Ruf: Atomwaffen ächten“, lautet die Inschrift auf dem oberen Teil des Mahnmals, das nach einem Entwurf des Dürener Steinmetz Christoph Plintz angefertigt wurde. Im Mittelteil, der mit den Daten der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki versehen ist, befindet sich als Friedenssymbol ein Kranich aus Edelstahl. Er erinnert an das japanische Mädchen Sadako aus Hiroshima, das als Zeichen der Hoffnung versuchte, 1000 Kraniche zu falten, ehe es an den Spätfolgen der Bombe starb. Auch im Friedenspark in Hiroshima erinnert ein Kranichdenkmal an ihre Geschichte. 

„Heute Morgen gab es in Hiroshima im Friedenspark ein Gedenken an die Opfer der Atombomben, wir tun dies jetzt hier auch, einige Stunden später. Wir verneigen uns vor den Opfern.“, sagte Bürgermeister Paul Larue bei der Einweihung des Denkmals. „Auch wenn wir vorwiegend lokal handeln, ist Verantwortung unteilbar. Wir haben auch globale Verpflichtungen. Daran erinnert uns ab heute das Denkmal.“

Heiner Krüger von der FriedensGruppe betonte, dass die Enthüllung des Mahnmals am Jahrestag des Atombombenabwurfs ein Höhepunkt in den zahlreichen Aktivitäten ist, die von der FriedensGruppe in diesem Jahr angestoßen wurden. Nach einer Ausstellung im Rathaus über die verheerenden Folgen der Atombombenabwürfe in Japan ist bis zum September eine ständig wachsende Ausstellung in der Arnoldsweilerstr. 12  zu sehen, jeden Freitag von 17 bis 19 Uhr, mit Arbeiten von Schülerinnen und Schülern sowie von Künstlern und Seniorinnen.

Außerdem beschloss der Rat der Stadt Düren einstimmig den Beitritt der Stadt zum ICAN-Städteappell, der die Bundesregierung dazu auffordert, den von den Vereinten Nationen 2017 verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen zu unterzeichnen.

Dr. Wolfgang Hagenau von der Vereinigung der internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) unterstrich die Bedeutung des Denkmals als ständige Mahnung daran, welch verheerende Folgen ein Einsatz von Atomwaffen nach sich zieht. 

Bürgermeister Paul Larue dankte der FriedensGruppe Düren für die Initiative sowie allen, die zur Verwirklichung beigetragen haben. „Friedensstadt zu sein ist wichtig für alle Städte und besonders für eine Stadt wie unsere, die im Krieg nahezu ausgelöscht wurde, wenn auch nicht annähernd vergleichbar mit den kaum vorstellbaren ungeheuerlichen Auswirkungen der Vernichtung Hiroshimas und Nagasakis durch den Abwurf von Atombomben.“, hob der Bürgermeister hervor. „Wir werden sehen, was das Denkmal mit den Menschen hier macht.“ Paul Larue wünscht sich, dass das Friedensmahnmal die Menschen in Düren ebenso herausfordert wie die Stelen des Künstlers Ulrich Rückriem:  „Ich hoffe, dass dieses Denkmal genau das tut: In Stein dastehend ausrufen: Denk mal!“