Die Teiche am Gut Weyern sind seit einer Zeit durch Schlamm von der Austrocknung bedroht, womit ein wichtiger Lebensraum am Rand des Burgauer Walds verloren gehen könnte. Daher war für diesen Januar und Februar eine Entschlammung und ökologische Aufwertung geplant. Diese Arbeiten müssen allerdings auf September/Oktober verschoben werden. Das liegt an einer Artenschutzprüfung, bei der viele geschützte Tierarten rund um die Teiche gefunden wurden. Die Ergebnisse werden bei einer Sitzung des Umweltausschusses am 3. Februar besprochen.
Artenschutz hat Vorrang
Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, wild lebende Tiere von streng geschützten Arten zu fangen oder zu verletzen. Das gilt ebenso für ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Daher müssen die unterschiedlichen Fortpflanzungszeiten der Tiere berücksichtigt werden. Auch einige Pflanzen stehen unter besonderem Schutz. Die Artenschutzprüfung, die im vergangenen Jahr an Gut Weyern durchgeführt wurde, bestand aus zwei Teilen. In der ersten Stufe (Vorprüfung) ging es um eine grobe Abschätzung, welche geschützten Arten in dem Gebiet bekannt oder zu erwarten sind. Wenn es zu Konflikten mit dem Artenschutz kommen könnte, ist wie bei Gut Weyern eine genauere Betrachtung für einzelne Arten nötig.
Die Tierwelt von Gut Weyern
In der Vorprüfung rechneten die Gutachter mit Biber, Wildkatze, Fledermäusen sowie verschiedenen Greifvögeln, Spechten und Eulen. Da Teiche untersucht wurden, waren außerdem Vorkommen von Fröschen und Kröten zu erwarten.
Bei den Amphibien fanden die Naturschützer vor allem den Springfrosch. Diese Art ist aktuell nicht gefährdet, aber in NRW auf die Kölner Bucht beschränkt und deshalb besonders schützenswert. Die Geburtshelferkröte und der Kammmolch konnten nicht gefunden werden. Auch andere Amphibien wie Grasfrösche oder Erdkröten fehlen. Die geringe Zahl an solchen Tieren könnte mit den Wasserlinsen zusammenhängen, die die Teiche bedecken. Im Teich selbst wurden verschiedene kleine Fische und Käfer gefunden.

Foto: Weddi, Kottenforst Bonn Annaberger Feld März 2014 Weddeling2 7616, CC BY-SA 3.0
Die Forscher untersuchten auch Vögel, die rund um Gut Weyern brüten und geschützt sind. Sie fanden dabei Hinweise auf Eisvogel, Graureiher, Mäusebussard, Schwarz- und Kleinspecht, Star, Teichhuhn und Waldkauz. Außerdem wurden Fledermäuse der Arten Mausohr und Langohr nachgewiesen.
Der Verdacht auf ein Vorkommen von Bibern bestätigte sich nicht. Stattdessen wurden u.a. anhand von Spuren an Bäumen das Nutria nachgewiesen. Dieses ursprünglich aus Südamerika eingewanderte Tier gilt als Neozoe, also als nicht einheimische Art.
Baumhöhlen als Lebensraum, Wasserlinsen als Problem
Die Gutachter untersuchten außerdem die Bäume an Gut Weyern. Sie fanden 52 Bäume mit Höhlen, die Tieren als Lebensraum dienen könnten. Diese hohe Anzahl zeigt, dass es sich um einen wertvolles Biotop handelt.
Der Zustand der Gewässer ist vor allem durch die Ausbreitung der Wasserlinsen gefährdet. Diese Pflanzen breiten sich so aus, dass beim Höhepunkt Anfang Juli die Teiche fast komplett bedeckt und verschattet sind. Überwiegend wurde die neophytische, also nicht einheimische Art Kleine Wasserlinse dokumentiert.
Was folgt daraus für die geplanten Arbeiten?
Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass eine Entschlammung und ökologische Aufwertung der Teiche von Gut Weyern sinnvoll ist, da es ein wertvolles Biotop für Tiere und Pflanzen ist. Allerdings setzt der Naturschutz auch klare Grenzen. So muss der östliche Teil des Teiches für den Springfrosch unberührt bleiben. Baumfällungen sollen so wenig wie möglich erfolgen, wobei vorher der Schutz von Fledermäusen sichergestellt werden muss. Totholz soll sowohl auf den Teichen als auch am Ufer liegen bleiben, da es ein wesentlicher Teil des Biotops ist.









Teich an Gut Weyern