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WVER: Hochwasserschutzkonzept an Urft und Olef auf der Zielgeraden


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Ein wichtiger Meilenstein für den Hochwas­serschutz an Urft und Olef: Hochwasser­schutzkonzept auf der Zielgeraden

Die Grundlagen sind geschaffen und die Abstimmungen abgeschlossen: Im letzten Schritt werden die konkreten Hochwasserschutzmaßnahmen an Urft und Olef dimensioniert.

Schleiden. Dem aktuellen Planungsstand ging ein mehrjähriger, intensiver Prozess voraus: Seit Beginn der Hochwasserkooperation im Jahr 2022 wurden in zahlreichen Workshops, Fachgesprächen und Ortsbegehun­gen Maßnahmenideen entwickelt, bewertet und priorisiert, es wurde ein Förderantrag gestellt und bewilligt, Gewässer vermessen, Rechenmodelle ausgeschrieben, beauftragt und begleitet. Grundlage hierfür war die enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Kommunen, dem Kreis Euskir­chen und dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER) sowie der intensive Aus­tausch mit der der Bezirksregierung Köln sowohl als Verantwortliche für die Ermittlung von Überschwemmungsgebieten als auch als Fördermittelgeber.

Einen wichtigen Meilenstein bildete die jüngste Sitzung des Lenkungsaus­schusses zum Hochwasserschutzkonzept an Urft und Olef. So wurde den Bürgermeistern und weiteren Vertretern der Anrainerkommunen Blanken­heim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim und Schleiden sowie den zu­ständigen Behörden, der Bezirksregierung Köln und dem Kreis Euskirchen, der aktuelle Sachstand des Hochwasserschutzkonzeptes vorgestellt.

„Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum integrierten Hochwasser­schutzkonzept ist geschafft“, erklärt Dr. Joachim Reichert, Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur, und gibt damit den Abschluss der Grundlagenar­beiten bekannt.

Die nun fertiggestellten Simulationsmodelle ermöglichen im jetzt folgenden Projektabschnitt die Entwicklung, Bewertung und Dimensionierung konkre­ter Hochwasserschutzmaßnahmen.

Die größte Einzelmaßnahme des überörtlichen Hochwasserschutzkonzepts könnte dabei eine perspektivische Talsperre im Mündungsbereich von Prether Bach und Platißbach sein. Sie kann ggf. nicht nur den Hochwasser­schutz im Einzugsgebiet von Urft und Olef deutlich verbessern, sondern könnte zugleich einen wichtigen Beitrag zur Anpassung der lokalen und regi­onalen Wasserwirtschaft an die Folgen des Klimawandels leisten.

Während im Rahmen des Hochwasserschutzkonzepts die Machbarkeit der Talsperre für den Hochwasserschutz untersucht wird, erfolgt parallel dazu die Bewertung ihrer Möglichkeiten für die lokale und regionale Wasserver­sorgung. Die Prüfung der grundsätzlichen Umsetzbarkeit soll noch in diesem Jahr angestoßen werden. Eine Vorzugsalternative für einen möglichen Standort beziehungsweise geeignete Beckenkombinationen wird nach der­zeitiger Planung im zweiten Quartal 2027 erwartet.

Neben der Rückhaltung von Hochwasserwellen in einer Talsperre werden auch Hochwasserrückhaltebecken an verschiedenen Standorten betrachtet. Im ersten Arbeitsschritt der Erstellung des Hochwasserschutzkonzepts – der sog. „Basisvariante“ – werden mittels der Modelle verschiedene Standorte von Hochwasserrückhaltebecken hinsichtlich ihrer überörtlichen Wirkung bei Hochwasser berechnet. Hierfür wurden in Abstimmung mit den betroffe­nen Kommunen verschiedene potenzielle Standorte ausgewählt, überprüft und einer ersten Machbarkeitsbetrachtung unterzogen. Mithilfe der Re­chenmodelle wird anschließend die hinsichtlich Schutzwirkung und Effizienz günstigste Kombination mehrerer Rückhaltebecken als Basisvariante ermit­telt.

Im zweiten Arbeitsschritt wird die Basisvariante um lokal wirksame Maßnah­men der beteiligten Kommunen ergänzt. Dabei werden unter anderem Schutzbauwerke wie Mauern oder Deiche sowie weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Gewässer hydraulisch bewertet.

Auf dieser Grundlage wird ein integriertes Hochwasserschutzkonzept entwi­ckelt, das den überörtlichen und den kommunalen Hochwasserschutz opti­mal miteinander verbindet. „Der aktuelle Bearbeitungsstand entspricht un­serem geplanten Zeitrahmen: Das integrierte Hochwasserschutzkonzept soll – wie vorgesehen – Ende dieses Jahres fertiggestellt werden“, so Joachim Reichert. Das Konzept soll als verbindliche Grundlage für die weitere Maß­nahmenplanung, die Beantragung von Fördermitteln und die Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen dienen.

Die besondere Bedeutung des Konzepts liegt dabei in seinem integrierten, überörtlichen Ansatz: Nicht einzelne Kommunen werden isoliert betrachtet, sondern das gesamte Einzugsgebiet von Urft und Olef wird ganzheitlich in den Blick genommen. Denn Hochwasserschutz endet nicht an kommunalen Grenzen, sondern erfordert eine Betrachtung von der Quelle bis zur Mün­dung.

Diese Erkenntnis wird auch von den Bürgermeistern und kommunalen Ver­tretern der Anrainerkommunen ausdrücklich geteilt. Sie unterstützen den überörtlichen Ansatz und die enge Zusammenarbeit über kommunale Gren­zen hinweg.

„Für die Stadt Schleiden als Anliegerin beider Flüsse und insbesondere für die Ortslage Gemünd am Zusammenfluss von Urft und Olef ist die Zusam­menarbeit aller Flussanrainer von entscheidender Bedeutung. Bei allen eige­nen Bemühungen kann ein wirksamer Hochwasserschutz in den Tallagen nur durch ein interkommunales, integriertes Hochwasserschutzkonzept und die konsequente Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen gelingen“, be­tont Ingo Pfennings, Bürgermeister der Stadt Schleiden.

Der fertige Maßnahmenplan zur Erhöhung der Hochwasserresilienz an Urft und Olef wird der Öffentlichkeit im 1. Quartal 2027 vorgestellt werden.