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Bedarf an ABC-Klassen zur Sprachförderung in Düren über dem NRW-Durchschnitt

ABC (Foto: Pixabay)

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Viele Kinder, die in die Grundschule kommen, haben nicht die nötigen Deutschkenntnisse, um sich angemessen am Unterricht zu beteiligen. Auf dieses Problem hat die Landesregierung in NRW reagiert und im Juli 2026 die Einführung von sogenannten ABC-Klassen beschlossen. In diesen verpflichtenden Kursen sollen die Kinder mit mangelnder Sprachkompetenz bereits vor dem ersten Schuljahr entsprechende Unterstützung erhalten. Die Stadt Düren bereitet sich auf die im Jahr 2028 startenden Maßnahmen vor und sieht dabei für die hiesigen Schüler einen größeren Bedarf als im Durchschnitt des Bundeslands. Das Thema steht am Mittwoch, 23. September auf der Tagesordnung im Schul- und Sportausschuss.

Anmeldung für Grundschulen wird für ABC-Klassen vorgezogen

Die Einführung der ABC-Klassen in NRW wurde mit dem Gesetz zur Einführung schulischer Vorkurse zur Förderung der Sprachkompetenz (18. Schulrechtsänderungsgesetz) beschlossen. Betroffen sind die Kinder, die ab dem 1. August 2029 schulpflichtig werden. Sie müssen bei der Anmeldung für die Grundschule einen Test bezüglich ihrer Deutschkenntnisse absolvieren. Um diese Tests rechtzeitig durchführen zu können, wird die Schulanmeldung ab 2028 von Herbst auf Frühjahr vorgezogen und der 31. März als neuer Stichtag festgelegt.

Für die Kinder, bei denen ein Bedarf für mehr Sprachförderung festgestellt wird, gibt es erstmals während des Schuljahrs 2028/29 die ABC-Klassen. Die Kurse finden zweimal wöchentlich für jeweils zwei Stunden statt. Sie sollen möglichst in den Kitas stattfinden, um die Kinder im gewohnten Umfeld zu lassen. Durchgeführt werden sie jedoch von den Schulen. Alternativ wären öffentliche Schulen oder andere öffentliche Einrichtungen als Veranstaltungsort möglich. In diesem Fall müsste die Stadt den Transport zwischen der Kita und der ABC-Klasse organisieren.

Großer Bedarf in Düren

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass in Düren ein großes Bedarf für die Sprachförderung besteht. Während die Landesregierung davon ausgeht, dass rund 30% der schulpflichtigen Kinder eine ABC-Klasse besuchen werden, setzt die Stadtverwaltung den Wert noch höher bei 35% bis 40% an. Das würde rund 40 ABC-Klassen mit insgesamt 350 bis 400 Kindern ergeben.

Die im Juli beschlossene Änderung des NRW-Schulgesetzes sieht außerdem vor, die Schuleingangsphase für die Kinder mit Förderbedarf zu erweitern. Schon vor dem ersten Schuljahr kann die Schulleitung demnächst entscheiden, ob diese Eingangsphase, die die ersten beiden Schulklassen umfasst, in drei statt zwei Jahren absolviert wird. So gibt es mehr Zeit für eine intensivere individuelle Förderung.