Seit sieben Jahren soll die Kita „Kuschelkiste“ im Dürener Grüngürtel einen Neubau erhalten, um eine Container-Lösung zu beenden. Mittlerweile ist seit dem ersten Beschluss von 2019 nicht nur viel Zeit gegangen. Auch die Kosten explodieren. Aus ursprünglich vorgesehenen fünf Millionen Euro wurde 2022 gut das Doppelte und jetzt sollen nochmal gut 2,7 Millionen Euro draufgelegt werden, um den Neubau mit sieben Gruppen endlich zu realisieren.
2019: Erster Beschluss bei großem Bedarf
Container sind zum Spielen und die frühkindliche Bildung in der Kindertagesstätte keine besonders gute Lösung. Das war den Dürener Politikern schon lange klar. Bei der Ratssitzung am 9. Oktober 2019 gab es deshalb den einstimmigen Beschluss, an der Ecke Blücherstraße / Grüngürtel einen Neubau für die Kita „Kuschelkiste“ zu errichten. Begründet wurde die Entscheidung auch mit dem Bedarf für U3-Betreuung, die damals im Grüngürtel eine Versorgungsquote von nur 12% hatte.
Laut der damaligen Planung sollten separate Spielflächen für U3 und ältere Kinder entstehen sowie Rutsch- und Klettergeräte aufgebaut werden. Die durch den Abbau der Container freiwerdende Fläche sollte als Außenspielgelände genutzt werden. Inklusive des Rückbaus der Container waren damals fünf Millionen Euro für die Baumaßnahme geplant.
2022: Wechsel zu Modulbau wegen Zeitdruck
Drei Jahre später gab es noch keinen Neubau und das Thema kam am 28. September 2022 erneut auf die Tagesordnung des Stadtrats. Der ab 2026 geltende Rechtsanspruch auf OGS-Betreuung sorgte damals für neuen Zeitdruck. Bereits 2019 waren nämlich zwei Gruppen der „Kuschelkiste“ in der benachbarten Grüngürtelschule untergebracht. Durch das neue Wohngebiet neue Wohngebiet „In den Hofgärten“ deutete sich erhöhte Platzbedarf für die Grundschule an.
Deshalb beschloss die Verwaltung 2022, den Neubau in einer nachhaltigen Modulbauweise zu errichten. Das sollte zu einer Zeitersparnis von bis zu 30% gegenüber der herkömmlichen Bauweise führen. Die Kosten waren im Haushalt zu der Zeit schon mit 8,15 Millionen Euro angesetzt und es gab einen verfügbaren Haushaltsrest von 2,5 Millionen Euro.
2026: Immer noch kein Neubau, aber höhere Kosten
Nun sind wir nochmal vier Jahre weiter. Der Neubau hat immer noch nicht begonnen. Stattdessen gibt es eine Beschlussvorlage für die Ratssitzung am morgigen Mittwoch, 14. Oktober 2026, aus der weiteren Planänderung und die nächste deutliche Kostensteigerung hervorgehen. Aus dem Gesamtbudget von 10,7 Millionen Euro werden demnach knapp 14 Millionen Euro.
Für die neue Berechnung stützt sich die Verwaltung nicht auf übliche Kostenrechner für Baukosten, sondern zieht einen Vergleich zu einem anderen aktuellen Fall. Bei der geplanten Kita in Birkesdorf sind die Kosten seit 2022 um 26% gestiegen. Außerdem verweist die Vorlage auf eine in der neuen Planung etwas größere Gebäude-Grundfläche (plus 65 m²) und eine zusätzlich verfügbare Fläche auf dem Dachboden von 89 m². Die Außenfläche wächst um 557 m², weil ein Teil des Geländes nicht wie ursprünglich vorgesehen der benachbarten Schule zugeordnet wird. Nach dem bevorstehenden Ratsbeschluss soll der bereits fertiggestellte Bauantrag eingereicht werden.








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