Wenn am Samstag, dem 7. November 2026, wieder zehntausende Menschen in die Dürener Innenstadt strömen, um das spektakuläre Feuerwerk, faszinierende Lichtinstallationen und fantasievolle Unterwasser- oder Mondwelten zu bewundern, ist für spektakuläre Unterhaltung gesorgt. Bei der Traditionsveranstaltung „Düren leuchtet“ – vor fast 20 Jahren von Dürener Geschäftsleuten ins Leben gerufen – schlendern traditionell bis zu 60.000 Besucher durch die Straßen, um Handel und Gastronomie kennenzulernen. Auch in diesem Jahr rückt vor dem Rathaus ein Thema in den Mittelpunkt, das weit über Lichterglanz und Shopping hinausgeht: der Schutz der Bevölkerung und der Erhalt des Ehrenamts.
Bei einem großen Pressetermin stellten Vertreter der lokalen Hilfsorganisationen und die Organisatoren von Düren Leuchtet den Hintergrund ihrer gemeinsamen Präsentation am 7. November vor.
Zusammenhalt schaffen, bevor der Ernstfall eintritt
Ob Feuerwehr, DRK, DLRG, Johanniter, Malteser oder THW – wenn Katastrophen eintreten, ist die Verlässlichkeit der Rettungskräfte unverzichtbar. Wie wichtig eine gut ausgebildete und eingespielte Mannschaft ist, haben nicht zuletzt der große Waldbrand im Hürtgenwald oder der dramatische Einsatz am Echtzer See gezeigt. Solche Ausnahmesituationen offenbaren jedoch auch die Grenzen der Kapazitäten: Beim Großbrand im Hürtgenwald musste etwa bei der Betreuung der Notunterkunft extern, aus den Nachbarkreisen, unterstützt werden, da die eigenen Kräfte vor Ort nicht mehr ausreichten.
„Ein funktionierender Bevölkerungsschutz ist keine Selbstverständlichkeit. Wir wollen, dass Düren eine Stadt ist, in der sich die Menschen aufeinander verlassen können“, betonte Ulf Minartz, Vorsitzender der IG City beim Pressegespräch.
Demografischer Wandel und verändertes Engagement
Obwohl die Einsatzkräfte im Alltag hohe Präsenz zeigen und sich aktuell nicht über mangelndes Grundinteresse beklagen können, wird es zusehends schwerer, Menschen langfristig an die Organisationen zu binden. Lange Ausbildungszeiten an mehreren Wochenenden im Jahr und die Verpflichtung zum aktiven Einsatzdienst schrecken viele ab, die zwar zu einer spontanen oder passiven Hilfe bereit wären.
- Feuerwehr Düren: Zählt derzeit etwa 300 Ehrenamtliche und 150 Hauptamtliche. Die Anforderungen steigen stetig, und der demografische Wandel verlangt nach kontinuierlicher Nachwuchswerbung.
- DLRG: Sie verzeichnet enorme Nachfrage nach Schwimmkursen, sucht jedoch dringend ehrenamtliche Kräfte für den Aufsichtsdienst an den Badeseen am Wochenende.
- Hilfsorganisationen (DRK, Johanniter, Malteser): Zwar gibt es Interesse an hauptamtlichen Stellen, doch bei Sonder- und Spitzenbedarf sowie im Katastrophenschutz fehlen qualifizierte Ehrenamtliche. Dabei ist von wenigen Stunden pro Woche bis hin zum intensiven Einsatzdienst jedes Engagement willkommen.
Neue Kampagne und Plattform: wirfuerdueren.de
Um dem entgegenzuwirken, bündeln die Einsatzorganisationen nun ihre Kräfte. Gesucht sind Helfer, die bereit sind Ausbildungen zu absolvieren und die jeweiligen Organisationen länger unterstützen wollen. Prägnant formuliert: Es werden nicht nur Menschen gebraucht die Sandsäcke füllen. Vor allem werden Helfer gebraucht, die ausrechnen können, wie viele Sandsäcke gebraucht werden und wissen, wo die Säcke hin müssen. Mit der gemeinsamen Initiative und der neuen Website www.wirfuerdueren.de soll das Wir-Gefühl gestärkt und der Einstieg für Interessierte so einfach wie möglich gestaltet werden. Unter dem Slogan „Einer von 112“ bekommen Bürgerinnen und Bürger Einblicke in die Arbeit der Organisationen, kurze Erklärvideos und direkte Kontakte.
Schirmherr von Düren Leuchtet und Bürgermeister Frank Peter Ullrich macht deutlich: „Es wäre fahrlässig, wenn wir nicht die Blaulichtfamilie zusammen hätten. Wir müssen Werbung für das Ehrenamt machen, den Menschen Ausbildung bieten und das Gefühl vermitteln, dass sie gebraucht und wertgeschätzt werden.“ Auch im Alltag wird weiter geworben – unter anderem mit rund 6.000 speziell bedruckten Bierdecken als Langzeitwerbeträger.
Appell an Arbeitgeber: Ohne Rückendeckung geht es nicht
Ein zentraler Punkt des Pressegesprächs war zudem die Rolle der regionalen Arbeitgeber. Denn ehrenamtliche Helfer müssen im Einsatzfall oft spontan ihren Arbeitsplatz verlassen. Guido Heinen betonte, wie entscheidend der Respekt und die Freistellung durch Unternehmen sind: „Der gute Handwerksgeselle im Betrieb, ist meist auch der beste Helfer im Einsatz. Die Arbeitgeber sind ganz wichtig für das Ehrenamt – ihre Rückendeckung ist unverzichtbar.“
Wer die Blaulichtfamilie kennenlernen, sich informieren oder selbst aktiv werden möchte, hat am 7. November ab 18 Uhr vor dem Dürener Rathaus die Gelegenheit dazu – oder vorab rund um die Uhr online unter www.wirfuerdueren.de.
Der Bericht zu Düren Leuchtet folgt noch an dieser Stelle.






Hilfsorganisationen werben um Ehrenamtliche Helfer