Düren. Wenn das Smartphone eine unbekannte Meldung anzeigt, das Tablet nach einem Update anders aussieht oder eine neue App eingerichtet werden soll, dann greift Ursel Kämper nicht mehr zum Handbuch. Stattdessen wendet sie sich an Meryem Yilmaz.
Die Schülerin unterstützt die Seniorin inzwischen seit zwei Jahren regelmäßig bei technischen Fragen rund um das Smartphone, Tablet und digitale Anwendungen.
Was als Vermittlung über die vom Seniorenrat der Stadt Düren organisierte Taschengeldbörse begann, ist längst zu einer vertrauensvollen Verbindung zwischen zwei Generationen geworden. „Wenn ich nicht weiterweiß, frage ich zuerst Meryem. Sie erklärt mir alles mit einer solchen Geduld, dass ich mich immer wieder traue, etwas Neues auszuprobieren“, erzählt Ursel Kämper lächelnd. Darüber hinaus begleitet Meryem die Seniorin immer wieder auch im Alltag und hilft bei leichten Aufgaben des Alltags. „Ich hätte nicht gedacht, dass aus einer technischen Hilfestellung einmal so ein enger Kontakt entstehen könnte“, erklärt die Schülerin des Wirteltorgymnasiums. „Es ist ein schönes Gefühl, helfen zu können und gleichzeitig so viel Wertschätzung zubekommen.“
Die Geschichte der beiden steht beispielhaft für das, was die Taschengeldbörse erreichen möchte: junge und ältere Menschen zusammenbringen, gegenseitige Unterstützung ermöglichen und dabei Begegnungen schaffen, die weit über die eigentliche Hilfeleistung hinausgehen. Seit ihrem Start im August 2022 hat sich die Taschengeldbörse des Seniorenrates der Stadt Düren zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt. Bereits mehr als 170 Vermittlungen konnten seitdem erfolgreich umgesetzt werden. Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren unterstützen ältere Menschen bei einfachen Tätigkeiten im Alltag – etwa bei Gartenarbeiten, Einkäufen, kleineren Hilfen im Haushalt oder eben bei Fragen rund um Computer, Smartphone und Internet. Gleichzeitig erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihr Taschengeld aufzubessern und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit anderen Generationen zu sammeln.
„Die Taschengeldbörse zeigt jeden Tag aufs Neue, wie viel beide Generationen voneinander lernen können“, sagte Harry Isecke, der Koordinator der Dürener Taschengeldbörse. „Oft entstehen aus der Hilfe heraus regelmäßige Kontakte. Daraus entwickeln sich nicht selten Freundschaften. Deswegen möchte ich sowohl Jugendliche als auch ältere Menschen ermutigen, sich bei uns zu melden. Jede neue Anmeldung schafft die Chance auf eine weitere erfolgreiche Begegnung.“
Die Taschengeldbörse richtet sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren sowie an Privatpersonen, die Unterstützung bei einfachen, ungefährlichen und regelmäßigen Tätigkeiten benötigen. Ziel des Projekts ist nicht nur die praktische Hilfe im Alltag, sondern vor allem die Förderung des Miteinanders zwischen den Generationen. Die Vermittlung erfolgt über die Koordinierungsstelle des Seniorenrates der Stadt Düren. Weitere Informationen erhalten Interessierte direkt beim Seniorenrat oder online auf www.dueren.de/seniorenrat/seniorenrat_taschengeldboerse.
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