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Krieg und Frieden – Herausforderung für unsere Gesellschaft

Diskussion Krieg und Frieden


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Militärbischof Felmberg und Kommodore Oberst Heimbach im Gespräch mit Thomas Rachel MdB
Thomas Rachel: „Wir müssen Freiheit und Demokratie verteidigen“

Unsere westliche Gesellschaft sieht sich neuen Realitäten konfrontiert – wir leben in einer Welt in Unordnung. Über die ganz konkreten Auswirkungen auf unsere Gesellschaft durch Putins Angriffskrieg in der Ukraine und den menschenverachtenden Terrorangriff der Hamas auf Israel hat der Dürener Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel (CDU) mit dem Evangelischen Militärbischof Dr. Bernhard Felmberg, mit Oberst Timo Heimbach als Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 Boelke in Nörvenich und mit den über 130 Gästen diskutiert. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Gesprächsreihe der Konrad-Adenauer-Stiftung „Kreis Düren im Gespräch“ bei Becker und Funck statt und wurde moderiert von der Journalistin Edda Dammmüller.

„Unsere westliche Gesellschaft sieht sich neuen Realitäten konfrontiert. Zu der Tatsache, dass sich durch diese beiden Kriege die außenpolitische Lage verändert und erschwert hat, treten zudem innenpolitische Probleme ans Tageslicht. Fremdenhass, Judenhass, muslimischer Antisemitismus und Antisemitismus aus dem linken und rechten Spektrum werden sichtbar und laut: eine Gefahr für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung – inmitten unserer Gesellschaft“, erläutert Thomas Rachel MdB. „Schon beim Angriff Putins auf die Ukraine sah sich unsere Gesellschaft plötzlich mit neuen Flüchtlingsströmen konfrontiert. Nachdem viele Bürgerinnen und Bürger private Hilfsangebote organisiert hatten, galt es, den Menschen aus der Ukraine in Deutschland Zuflucht zu bieten. Damals konnte man nicht davon ausgehen, dass dieser Krieg heute noch andauern würde“, so Thomas Rachel weiter. Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete des Kreises Düren betonte: „Wir alle spüren: das Ziel Putins ist eine neue Weltordnung. Eine neue Weltordnung in der das Unrecht des Stärkeren gilt. Wir aber wollen eine Ordnung, in der nicht das Recht des Stärkeren, sondern die Stärke des Rechts gilt!“

Oberst Heimbach berichtete von der aktuellen Umstrukturierung innerhalb der Bundeswehr, um schneller und besser reagieren zu können und betonte die Rolle der Bundeswehr: „Hier sitzt keiner der einen Krieg führen möchte!“ Zur Rolle der Bundeswehr in der Gesellschaft, mit der man mit Aussetzten der Wehrpflicht natürlich weniger Berührungspunkte habe, sagte Timo Heimbach: „Wir sind eine Parlamentsarmee. Diese muss gesellschaftlich getragen werden. Die Aufgabe ist Abschrecken, um den Frieden zu wahren.“ Thomas Rachel MdB stimmte deutlich zu: „Die Zeiten haben sich geändert. Wir müssen Freiheit und Demokratie – nach innen und außen – verteidigen.“

Mit seinem Einstieg: – „Wir fliegen immer bisschen höher als die Luftwaffe, denn wir sind immer mit ganz oben verbunden“, hatte Militärbischof Dr. Bernhard Felmberg natürlich die Lacher auf seiner Seite, um sich dann aber wieder dem Thema sehr nachdenklich zu widmen: „Den Frieden, den wir über Jahrzehnten brutalst erkämpft haben, wollen wir erhalten.“ Er merkte an: „Das Bewusstsein, dass Verteidigung der Demokratie nicht nur mit Worten geht, sondern auch mit konkreten Taten, ist gestiegen.“ Dahinter stehe aber die Frage: „Ist mir Demokratie und Vielfalt etwas wert? Bin ich bereit sie zu verteidigen?“ Auch aus seiner Sicht sortiere sich die Welt neu und er betonte: „Wir lassen es nicht zu, dass andere Systeme Unordnung bringen, um eine andere Ordnung zu etablieren. Putin will diese Unordnung.“ Die aktuelle Situation beunruhige uns, dürfe uns aber nicht lahmlegen. Und mit Blick auf den Angriffskrieg in der Ukraine sagte er ausdrücklich: „Alles Reden kommt an Grenzen, wenn der Andere nicht reden möchte.“

Mit einem Zitat des langjährigen Leiters der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger schloss Thomas Rachel nach angeregter Diskussion mit den Besuchern die Veranstaltung: „Das Russland Putins ist eine revisionistische Macht und deshalb gefährlicher als die Sowjetunion. Sich dem zu stellen, das ist die strategische und historische Dimension der Zeitenwende.“