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Anna-Oktav 2024: Was hat die Stunde geschlagen?

Annakirche (Foto: Markus Schnitzler)


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Sechs Jahrzehnte ist es her, dass am 12. Juli Anna, Maria, Josef und Martin, die vier Glocken der Annakirche, auf dem Vorplatz geweiht und dann im Turm installiert wurden. Seitdem laden sie wieder zum Gottesdienst ein, sagen, welche Stunde es geschlagen hat, appellieren dreimal täglich mit dem Angelus-Läuten zum Innehalten oder künden von frohen sowie traurigen Ereignissen. „Was hat die Stunde geschlagen?“ – das Motiv der Anna-Oktav will aufgreifen, wozu die Glocken der nach den verheerenden Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wiederaufgebauten Kirche mahnen oder ermutigen, woran sie erinnern oder was sie an Dankbarkeit anregen können. Die Erhebung des Annahauptes läutet am Samstag, 27. Juli, um 9 Uhr die Oktav ein, die am Sonntag, 4. August, 18 Uhr mit der Schlussandacht und der Schließung des Annaschreins endet. Zu den Stichworten Einläuten, Festgeläut, Glockenspiel, Friedensglocke/Totenglocke, Stundenschlag, Angelus-Läuten, Alarmglocken, Vertrauter Heimatklang und Einklang werden an jedem Tag der Oktav andere Aspekte betrachtet und Denkimpulse gesetzt. „Was hat die Stunde geschlagen? Diese Frage lässt sich durch alle gesellschaftlichen und politischen Themen durchdeklinieren“, findet Pfarrer Hans-Otto von Danwitz, für den die Oktav das Ende seiner im Jahr 2003 aufgenommenen Tätigkeit in Düren und den Wechsel nach Jülich einläutet.

Ob Bewahrung der Schöpfung, soziale Gerechtigkeit, oder die Aufnahme von Flüchtlingen – Schicksalsschläge und Schicksalsstunden gibt es in der Welt genug. Und auch innerkirchlich ist offen oder wird mitunter kontrovers diskutiert, was die Stunde geschlagen hat und was die Zukunft bringt – sei es die Schaffung neuer Pastoraler Räume, Veränderungen, die anstehen, die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle. „Wir können uns diesen Fragen stellen – oder die Augen davor verschließen“, lädt Hans-Otto von Danwitz lieber zur inhaltlichen Auseinandersetzung ein, zum Austausch und zur Begegnung mit anderen Menschen.

Die Geschichte der Glocken von St. Anna steht am Montag, 29. Juli, ab 19 Uhr im Mittelpunkt des Vortrags (samt Turmbesteigung) „60 Jahre neue Kirchenglocken in St. Anna“. Die Annaglocke und die Martinusglocke (beide erstmals 1545 gegossen) wurden während des Zweiten Weltkriegs am 1. März 1943 zum Einschmelzen für Kriegszwecke demontiert – und überlebten Krieg und Zerstörung. Am 12. Oktober 1947 wurden die vom Schmelzofen verschonten Glocken vom „Glockenfriedhof“ in Hamburg nach Düren zurückgeholt.

Wie in der Oktav üblich, übernehmen viele Gäste aus der Region einzelne Predigten, beispielsweise Dr. Andreas Frick, Hauptgeschäftsführer von Misereor am Sonntag, 28 Juli, 10.30 Uhr. Bereits eine Stunde vorher lädt Schaustellerseelsorger Sascha Ellinghaus zu einer Heiligen Messe auf den Autoscooter auf den Annakirmesplatz ein. Ein ökumenischer Gottesdienst wird am Donnerstag, 1. August, um 19 Uhr mit Pfarrerin Susanne Rössler gefeiert. Während der gesamten Oktav gibt es Orgelmeditationen, Vorträge und Möglichkeiten der stillen Anbetung. Die Chorweiler Friedensglocke ist während der Oktav in Düren und wird zu jedem Friedensgruß und zu besonderen Anlässen erklingen. Nach der Schlussandacht findet die Verabschiedung von Hans-Otto von Danwitz statt. Das gesamte Programm der Oktav liegt als Flyer in der Annakirche und im zentralen Pfarrbüro der Pfarre St. Lukas aus und ist online zu finden unter: www.st-lukas.org.