Ist Düren noch die Stadt der Märkte, als die sie sich selbst vermarktet? Neue Beschlüsse, die rund um den diesjährigen Maimarkt und Maikirmes in der Politik diskutiert werden, lassen Zweifel an der Attraktivität der Veranstaltungen aufkommen. Viele Händler werden offenbar von den Richtlinien abgeschreckt.
Problematische Richtlinien für Mai-Veranstaltungen
Im Haupt- und Finanzausschuss gibt es in der Sitzung vom 11. Februar eine Beschlussvorlage unter dem Tagesordnungspunkt Maimarkt und Maikirmes 2026, deren Wirkung weit über diese Doppelveranstaltung hinausgehen könnte. Dort heißt es, dass bis zum Herbst 2025 zahlreiche Bewerbungen eingegangen seien, die allerdings „größtenteils insbesondere bei den Markthändlern nicht den Anforderungen der neuen Richtlinien entsprachen“.
Diese Richtlinien wurden im vergangenen März beschlossen. Im Zentrum der Richtlinien stehen sogenannte Attraktivitätskriterien. Dazu gehören das Warenangebot, die optische Gestaltung, bei Fahrgeschäften die Fahrweise, bei Spielangeboten die Spielweise und Gewinne sowie der Umfang der Schaubelustigung. Die Kriterien sollten über ein Punktesystem bewertet werden: von 120 Punkten als sehr ansprechend über 100 Punkte als durchschnittlich bis 80 Punkte als nicht ansprechend. Zusatzpunkte für Umweltfreundlichkeit sind möglich.
Zu wenige Händler statt Kampf um knappe Plätze
Mit den Richtlinien sollte es ähnlich wie bei der Annakirmes eine Orientierung geben, um über die Vergabe von Plätzen zu entscheiden, wenn sich mehrere Anbieter um zu wenige freie Plätze bewerben. Jetzt ist allerdings offensichtlich das Gegenteil der Fall. Die Händler werden von den Richtlinien abgeschreckt und die Stadt hat Probleme, die Veranstaltungen attraktiv zu besetzen.
Diese Probleme gelten nicht nur für Maimarkt und Maikirmes. Auch die innerstädtischen Märkte, also Frühlingsfest, Herbstmarkt und Weihnachtsmarkt sind betroffen. So wurde zuletzt beim Weihnachtsmarkt der Verzicht auf Standgelder genutzt, um Händler anzulocken.
Richtlinien ausgesetzt oder abgeschafft?
Daher sollen nun die erst im vergangenen Jahr beschlossenen Richtlinien nicht mehr gelten. Sie sollen zumindest für Maimarkt und Maikirmes 2026 ausgesetzt werden. Doch es könnte darüber hinaus Änderungen geben. In der Beschlussvorlage wird die „grundsätzliche Überprüfung der Erforderlichkeit von Zulassungs- und Vergabeverfahren für die jeweiligen städtischen Markt- und Kirmesveranstaltungen“ angesprochen. Mit anderen Worten: Wenn sowieso keine Schausteller oder Händler kommen, brauchen wir keine Regeln.
Herbstmarkt wird verlegt
Wie schwierig die Situation bei den Märkten ist, zeigt auch eine andere anstehende Entscheidung. Der Herbstmarkt 2026 soll zwei Wochen früher als ursprünglich geplant stattfinden, um die Attraktivität zu erhöhen. Grundsätzlich soll er zukünftig immer auf den zweiten Sonntag im Oktober gelegt werden.








Händler auf dem Maimarkt (Foto: