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Trotz angespanntem Haushalt: Stadt Düren will zwei Fotos für 13.000 Euro kaufen

Leopold-Hoesch-Museum

Foto: Markus Schnitzler


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Die Stadt Düren will für das Leopold-Hoesch-Museum zwei Fotos eines Künstlers kaufen. Dazu sollen 13.090 Euro brutto investiert werden. Die geplante Investition, die am 14. April im Kulturausschuss besprochen werden soll, würde den angespannten Haushalt zusätzlich belasten.

Eine zerlegte Schreibmaschine als Kunst

Es geht um Werke des Künstlers Andrzej Steinbach. Der Fotograf zerlegte für seine Bilderserie „Disassembling a Typewriter“ eine mechanische Schreibmaschine in ihre Einzelteile und fotografierte die Teile auf weißem Untergrund. Die Werke sind auf der Website Artviewer zu sehen. Mit diesen Fotos setzt sich der Künstler laut Beschlussvorlage „mit der Erweiterung des menschlichen Körpers durch Geräte und Technologien auseinander“. Demnach sei es „eine analytische Tradition dokumentarischer Kunstfotografie, […] den wesenhaften Charakter ihrer Motive zu ergründen“.

Ehemaliger Stipendiat im Leopold-Hoesch-Museum

Steinbach wurde 1983 in der polnischen Stadt Czarnków und lebt mittlerweile in Berlin. Von 2022 bis 2024 war er Stipendiat der Günther-Peill-Stiftung am Leopold-Hoesch-Museum. Dabei zeigte er in seiner Ausstellung „Unkenntliches Metall“ bereits die Fotos mit der Schreibmaschine. Das Museum sieht darin Verbindungen zu anderen Werken aus seiner Sammlung wie Fotografien von Irmel Kamp, Grafiklen von Susanne Kriemanns und Pflanzensilhouetten von Paul Morrison.

Angebot mit weiteren Werken

Die rund 13.000 Euro, die die Stadt für die zwei Fotos investieren möchte, enthalten bereits einen Rabatt von 31%, die die verkaufende Galerie dem Museumsverein wegen Steinbachs vorheriger Ausstellung gewährt. Zwei weitere Fotos aus der Serie mit der Schreibmaschine sollen mit einer hundertprozentigen Förderung durch die Scherping-Schulze-Stiftung erworben werden. Außerdem möchte Steinbach der Günther-Peill-Stiftung die Fotografie einer Leertaste als Schenkung überlassen, wenn die zwei teuren Fotos gekauft werden.

Der Kauf der Fotos sollte ursprünglich in der Sitzung des Kulturausschusses am 5. Dezember 2025 besprochen werden. Nun kommt es am 14. April erneut auf die Tagesordnung. Denn die Galerie hat eine Frist bis Ende Juni gesetzt.