Das Innovationsquartier ist aktuell das größte Projekt zur Weiterentwicklung der Stadt Düren und entsprechend teuer. Um weitere Fördermittel von Bund und Land beantragen zu können, beschließt die Dürener Politik ein neues Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Das umfangreiche Konzept, das am heutigen Dienstag (5. Mai) im Ausschuss und eine Woche später im Haupt- und Finanzausschuss thematisiert wird, fasst die bisherigen Entwicklung und Pläne zusammen.
Fördermittel aus Städtebauförderung und Stadtentwicklung Rheinisches Revier
Um das Innovationsquartier finanzieren zu können, sind unterschiedliche Fördermittel geplant. Für die Erschließung des Geländes Südlich Bahn mit Gutenbergplatz, Josef-Schregel-Straße und südlichem Bahnhofvorplatz werden für das Jahr 2027 rund 10 Millionen Euro aus der Städtebauförderung beantragt. Dazu gehören die bereits durchgeführte Bodenordnung, die Freilegung von Grundstücken insbesondere durch den Abbau der Fahrradabstellanlage, die Erschließung der Flächen und begleitende Maßnahmen wie Planung und Öffenlichkeitsarbeit.
Nach einer Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Bahn soll 2027 und 2028 ein weiterer Antrag für die Städtebauförderung gestellt werden, in dem es um die Bereiche westlich und nördlich des Bahnhofs und die Neuordnung des „Gutenberg-Karrees“ zwischen Josef-Schregel-Straße und Gutenbergstraße geht.
Andere Fördermittel sollen aus dem Stadtentwicklungsprogramms Rheinisches Revier (STEP RR) kommen. Hier geht es um rund 12 Millionen Euro. Finanziert werden damit u.a. die Freilegung von Grundstücken an der Tankstelle und Arnoldsweilerstraße sowie die Erschließung von Flächen am Alten Güterbahnhof, dem neuen Platz des Papiers sowie mehreren Promenaden, die durch das Innovationsquartier verlaufen werden.
Aus dem Programm STARK (Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten) sollen Fördermittel für das Projektmanagement und den Beteiligungsprozess, die Quartierungsentwicklung und das geplante Innovation Center Düren (ICD) kommen.
Der Planungsstand in sieben Bereichen
Das neue Konzept unterteilt die Entwicklung des Innovationsquartiers in sieben Bereiche. Am Bahnhof sollen an den drei Zugängen mit einer Mobilstation unterschiedliche Nutzungen mit Autos, Bussen und der neuen Radstation ermöglicht werden. Das bisher Empfangsgebäude des Bahnhofs soll für die Reisenden attraktiver werden.
Im Bereich Südlich Bahn gab es schon im Rahmen des Masterplans viele vorbereitende Maßnahmen. Der südliche Vorplatz an der Lagerstraße soll barrierefrei umgestaltet werden. Die neue Da Vinci Promenade bietet zukünftig Fuß- und Radwege zwischen dem südlichen Bahnhofseingang und dem Gutenbergplatz. Letzterer soll ein Stadtplatz zwiuschen Josef-Schregel-Straße und Stadtcenter werden. Nördlich der Bahn soll das Gebiet rund um den ZOB als Verbindung zwischen Innenstadt und Nord-Düren verbessert werden.
Im sogenannten Innovationsband zwischen der Lagerstraße und Schoellerbrücke sind Gebäude für Forschung und Bildung bereits im Bau. Hierzu gehören die Modellfabrik Papier, an der vor kurzem das Richtfest gefeiert wurde, und der Neubau für das Nelly-Pütz-Berufskolleg. Rund um das Haus der Stadt sollen die Freiflächen und Gebäude besser genutzt werden. Außerdem gibt es noch das „Gutenberg-Karree“ zwischen dem Stadtcenter und der Josef-Schregel-Straße.

Nachhaltigkeit und Grünanlagen
Das Innovationsquartier soll nach dem Prinzip der Schwammstadt aufgebaut werden, bei dem Niederschläge zurückgehalten und genutzt werden. Außerdem soll das Projekt CO2-neutral und sogar klimapositiv werden. Alle Projekte und Anlagen werden digital vernetzt, was beispielsweise die Nutzung von Leihfahrrädern und Seminarräumen vereinfacht.
Außerdem ist viel Grün im Innovationsquartier geplant. Die Begrünung betrifft vor allem den zukünftigen Platz des Papiers zwischen der Modellfabrik Papier und Arnoldsweilerstraße und das Gelände des alten Güterbahnhofs.










Blick von der Schoellerstraße auf die entstehende Modellfabrik Papier und das zukünftige IQD (Foto: