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Flüchtlingsheime: Verlängerung in Distelrath, Entwidmung in Arnoldsweiler und Merken

Altes Koster Arnoldsweiler - Rückseite (Foto: Frank Reiermann)


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Die Stadt Düren sortiert die Unterbringung von Flüchtlingen neu. Im Stadtgebiet wird ein Vertrag über eine Flüchtlingsheim in der Distelrather Straße verlängert. Zwei andere Gebäude in den Stadtteilen Arnoldsweiler und Merken sollen zukünftig für andere Zwecke verwendet werden. Damit beschäftigt sich der Ausschuss für Soziales, Wohnen und Inklusion in seiner Sitzung am 25. März.

Fünf weitere Jahre in der Distelrather Straße

Die Flüchtlingsunterkunft an der Distelrather Straße 13 befindet sich mitten im dortigen Industriegebiet nahe der B56n. Das Übergangsheim ist die einzig verbleibende Unterkunft für alleinstehende männliche Flüchtlinge. Die anderen Einrichtungen dienen mit ihrem Zuschnitt als Wohnung für Familien. Das Haus an der Distelrather Straße erhielt nach einem Ratsbeschluss vom September 2015 seine heutige Funktion. Der im Juni 2016 abgeschlossene Vertrag läuft in Kürze aus. Der Eigentümer der Immobilie hat sich zu einer Verlängerung bis Ende Juli 2031 bereiterklärt.

Anfang 2026 waren dort 35 von 66 verfügbaren Plätzen belegt, vor allem von männlichen Personen aus Afrika, Syrien und Afghanistan. Die Kaltmiete beträgt knapp 6 €/m² (monatlich rund 4.500 €).

Ellener Straße: Dorfleben statt Flüchtlinge

Nicht mehr genutzt werden soll hingegen die bisherige Flüchtlingsunterkunft an der Ellener Straße 22 in Arnoldsweiler. Hier waren bereits seit den 1980er Jahren Flüchtlinge und Asylbewerber in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht. 2016 stellte das Kreisgesundheitsamt einen großen Sanierungsbedarf des Gebäudes fest, weshalb das dritte Obergeschoss bereits seit zehn Jahren gesperrt ist. Eine Entwidmung als Flüchtlingsunterkunft wurde im Februar 2017 zurückgenommen, weil durch eine Gesetzesänderung in der Landesunterkunft in Gürzenich weniger Plätze angerechnet wurden und deshalb größerer Bedarf in Düren bestand. Seit einer erneuten Gesetzesänderung Ende 2024 änderte sich die Anrechnung wieder, sodass es für die Unterbringung in der Ellener Straße kein Bedarf mehr gab. Die letzten Flüchtlinge (oft minderjährig und unbegleitet) zogen Ende 2025 aus.

Deshalb soll das Gebäude auf dem rund 5.500 m² großen Grundstück nun für die Dortentwicklung genutzt werden. Dort befindet sich bereits das Jugendheim von St. Peter Arnoldsweiler. Weitere Nutzungsmöglichkeiten sollen mit Hilfe eines externen Dienstleisters ermittelt werden. Das ehemalige Kloster hat eine lange Geschichte. Früher stand dort mit dem Brassartshof eine der größten Hofanlagen Arnoldsweilers und das Gebäude beheimatete auch mal eine Landfrauenschule. Sollte es zu einem Verkauf kommen, sollen städtische Interessen und wirtschaftliche Verwertung abgestimmt werden.

Altes Kloster – Arnoldsweiler – Eingang Ellener Strasse

Paulstraße: wirtschaftliche Verwertung

Ein weiteres Übergangswohnheim für Asylbewerber und ausländische Flüchtlinge gibt es bisher an der Paulstraße 83-85 im Stadtteil Merken. Das Gebäude gegenüber der Grundschule wurde seit Mai 2016 zu diesem Zweck gewidmet, aber kaum genutzt. Zwischenzeitlich diente es als Unterkunft für obdachlose Menschen und wurde nach dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine wieder für Flüchtlinge aktiviert. Zuletzt war es eine Notschlafstelle von In Via.

Für die Unterbringung von Flüchtlingen besteht an dieser Stelle kein Bedarf mehr. Daher soll das Übergangswohnheim entwidmet werden. Das städtische Liegenschaftsamt erhält den nicht näher beschriebenen Auftrag, „die Immobilie einer wirtschaftlichen Verwertung zuzuführen“.