Der Waldbrand im Hürtgenwald ist unter Kontrolle. Tagelang hat das riesige Feuer, das mittlerweile als größter Waldbrand in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen gilt, auf rund 300 Hektar die Region bewegt. Am heutigen Dienstag hat sich die Lage im Hürtgenwald so weit beruhigt, dass die gleichnamige Gemeinde die Zuständigkeit für die restlichen Löscharbeiten übernommen hat. Wir fassen die Geschehnisse der letzten Tage zusammen.
Donnerstag, 13. August: Die ersten Flammen
Zwischen Gey und Großhau bracht das Feuer aus. Zunächst standen25 Hektar Wald in Flammen. Erste Rauchsäulen waren kilometerweit zu sehen. Die Gemeinde Hürtgenwald und der Kreis Düren begiannen mit den Löscharbeiten. Die B399, die zwischen den beiden Ortsteilen am Waldrand verläuft, wurde zur Sicherheit für den Verkehr gesperrt.
Die Nacht der Evakuierung
In der Nacht zum Freitag spitzte sich die Lage zu. Das Feuer breitete sich auf 300 Hektar aus. Vor allem für Gey wurde es bedrohlich, weil es bis auf ungefähr 200 Meter an den Ort herankam. Deshalb wurde der Ort vorsichtshalber evakuiert. Für die Einwohner, die nicht bei Verwandten und Freunden unterkamen, gab es zunächst eine Anlaufstelle in Straß, die später zur Förderschule Athenée Royal verlegt wurde.
Freitag, 14. August: Großeinsatz am Red Flag Day
Der enorme Waldbrand sorgt für einen sogenannten Red Flag Day. Die große Hitze mit Temperaturen über 30 Grad, die seit Wochen anhaltende Trockenheit und wechselnder Wind haben das Waldbrand-Gebiet so groß werden lassen und erschwerten die Löscharbeiten. Für zusätzliche Probleme sorgte die Historie des Hürtgenwald. Dort liegt immer noch Munition aus der Schlacht im Hürtgenwald, einem der schwersten militärischen Kämpfe im Zweiten Weltkrieg.
Im Laufe des Tages wuchs die Zahl der Einsatzkräfte auf mehrere hundert Personen. Neben der Feuerwehr kamen u.a. Löschhubschrauber, Panzer der Bundeswehr und Hilfsorganisationen wie das THW zum Einsatz. Viele Landwirte stellten ihre großen Tanks zur Verfügung, um durrchgehend Wasser für die Löscharbeiten zu bringen. Auch die Stadtwerke halfen bei der Wasserversorgung. Um all den Beteiligten den Weg freizuhalten, wurden die Abfahrten der A4 für den normalen Verkehr gesperrt. Der Brandgeruch war bis ins Dürener Stadtgebiet wahrnehmbar, wo die Warn-Apps Meldungen wegen Geruchsbelästigung und Ruß ausgaben.
Parallel zum Waldbrand im Hürtgenwald brach ein weiteres großes Feuer im Hohen Venn nahe Monschau aus.
Am Abend war NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen und den Helfern zu danken. Langsam wurde deutlich, dass es sich um den größten Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes handelt. Auch überregionale Medien berichteten vom Hürtgenwald. Die Bewohner von Gey mussten eine weitere Nacht auf ihr Zuhause verzichten.
Samstag, 15. August: Die Lage wird statisch, Großeinsatz dauert an
Am Samstagmorgen gab es zunächst mal eine relativ gute Nachricht. Der Waldbrand hatte sich über Nacht immerhin nicht noch weiter ausgebreitet, die Lage war statisch. Bis zu 1800 Einsatzkräfte kämpften weiterhin gegen die Flammen. Dabei kamen u.a. zehn Löschhubschrauber zum Einsatz. Auch die Unterstützung aus der Bevölkerung blieb groß. Landwirte halfen weiterhin mit großen Tanks, andere Menschen versorgten die Helfer mit Essen.
Im Laufe des Tages besuchten Ministerpräsident Hendrik Wüst, seine Stellvertreterin Mona Neubaur und Innenminister Reul Hürtgenwald. Am Abend gab es kurz vor 21.00 Uhr die erlösende Nachricht für die Menschen aus Gey, die nach der Evakuierung wieder nach Hause kommen durften. Einige Straßen im Ort mussten jedoch für die Einsatzkräfte freigehalten werden.
Sonntag, 16. August: Das Feuer kommt unter Kontrolle
Am Sonntag entspannte sich die Lage allmählich. Die Einsatzkräfte bekamen das Feuer immer besser unter Kontrolle. Eine drei Meter breite Schneise rund um das Brandgebiet verhinderte nun eine erneute Ausbreitung. Außerdem wurden Wege durch den Wald gezogen, um besser an die noch vorhandenen Flammen und die Glutnester heranzukommen. Die Zahl der benötigten Einsatzkräfte wurde schrittweise reduziert. Die Autobahnabfahrten wurden freigegeben.
Montag, 17. August: Die Lage entspannt sich
Hürtgenwald kam etwas zur Ruhe. Die Kinder aus Gey konnten wieder zur Kita oder Schule gehen. Am Nachmittag wurde auch die B399 wieder für den Verkehr freigegeben. Im Wald suchte die Feuerwehr weiterhin nach Glutnestern. Dabei half ihnen der gelegentliche Regen. Da viele Menschen sich für das Engagement der Hilfskräfte bedanken wollen, richtete die Gemeinde Hürtgenwald ein Spendenkonto ein.
Dienstag, 18. August: Hürtgenwald übernimmt
Nachdem der Kreis Düren den Großeinsatz beim Waldbrand koordiniert hatte, übernahm die Gemeinde Hürtgenwald am Dienstagmorgen die Führung. Die Zahl der noch aktiven Einsatzkräfte konnte weiterhin reduziert werden.








Waldbrand Quelle: Kreis Düren (Foto: