Die beiden einzigen gelernten Annahmespieler Troy Gooch (l.) und Ryan Poole standen in Lüneburg unter starkem Druck. Foto: Hoefel
Das erste Halbfinale in der Volleyball Bundesliga verlieren die SWD powervolleys Düren auswärts gegen die SVG Lüneburg glatt mit 0:3. Die Satzergebnisse zeigen, dass Düren im zweiten Satz dran war, aber ansonsten hinterherlaufen musste: Sie lauten 18:25, 31:33, 15:25. Will Düren die Chance auf das Finale wahren, dann muss es das bereits ausverkaufte Rückspiel in der heimischen Arena am kommenden Sonntag gewinnen, um ein Entscheidungsspiel zu erzwingen.
Fuß in der Türe, mehr aber nicht
Die Türe war im zweiten Satz offen, durch die die SWD powervolleys besser ins Halbfinale hätten finden können. In den Durchgängen eins und drei schlug die SVG sie ihren Gästen allerdings hart vor der Nase zu. Über weite Phasen nutzte der Pokalsieger und Favorit die Dürener Schwachstelle gezielt und gut. Denn das Verletzungspech bei den SWD powervolleys hatte sich trotz aller Hoffnungen nicht gebessert. Weiterhin sind drei von vier Außenangreifern verletzt, unter anderem weil Robin Baghdady und Zac Hutcheson immer noch nicht wieder einsatzfähig sind. „Wir stehen deswegen mit einer Formation auf dem Spielfeld, die nicht eingespielt ist. Bei allem Einsatz, den die Jungs zeigen, ist es schwierig, so auswärts gegen ein Team wie Lüneburg zu bestehen. Der Gegner hat das stark ausgenutzt“, sagte Trainer Christophe Achten.
Ryan Poole bleibt der nominell einzige Außenangreifer. Die zweite Position im Außenangriff muss mit anderen Spielern besetzt werden. Lüneburg verstand es zwei Sätze lang mit dem Aufschlag, Düren so zu treffen, dass der Spielaufbau nicht optimal und die Angriffe ausrechenbarer wurden. Die SWD powervolleys konnten ihre unter Druck stehenden Spieler nicht wechseln, weil kein Ersatz da war. Diese Sollbruchstelle nutzte die SVG konsequent.
Knackpunkt Satz zwei
Bis auf den zweiten Satz, in dem Düren die Ordnung behalten konnte und sich zuerst sogar ärgern musste, weil es vier Chancen im Gegenangriff in der zweiten Satzhälfte nicht nutzen konnte, die eine deutlichere Führung bedeutet hätten. Hier war die Mannschaft mehrfach mit guter Moral zurückgekommen, konnte aber den letzten Schlag nicht setzen. Das machte die SVG mit den letzten Kontakten des Satzes besser. Eine starke Rettungsaktion verhinderte den Dürener Satzgewinn und bedeutete das 29:29. Kurz darauf folgte die nächste Abwehr der Gäste, die sie im Angriff zum 31:30 verwerteten. Und dann zwang Lüneburg Düren nach langer Zeit noch einmal mit dem Aufschlag zu einem Fehler, den die Gastgeber sofort zum 33:31 nutzten. „Das ist doppelt bitter für uns“, beschrieb Christophe Achten. „Auch hier merkst du, dass jeder alles gibt. Aber wenn du nicht eingespielt bist, dann ist es bei 30:30 sehr schwer gegen einen solchen Gegner.“
Das war der Knackpunkt. Denn danach lief bei Düren ohne realistische Wechseloptionen nicht mehr viel, bei Lüneburg dagegen fast alles. Als die SVG zum 14:6 blockte, packte Düren im Aufschlag die Brechstange aus, produzierte aber viele Fehler und war geschlagen.
„Wir machen das wirklich noch gut angesichts unserer Verletzungen. Jeder wehrt sich und kämpft. Ich bin sicher, dass viele andere Teams größere Probleme hätten. Deswegen ist es so schade, dass wir ausgerechnet jetzt Verletzungspech haben. Mit einem kompletten Team hätten wir heute anders dagestanden“, sagte der Trainer.
Der richtet den Blick bereits auf das Rückspiel. Prognosen, ob Verletzte zurückkehren, gab Christophe Achten keine ab. „Das kann ich im Moment nicht. Aber was ich weiß, ist, dass wir zu Hause mit unserem Publikum im Rücken alles versuchen werden.“






Die beiden einzigen gelernten Annahmespieler Troy Gooch (l.) und Ryan Poole standen in Lüneburg unter starkem Druck. Foto: Hoefel