100 Bürgerinnen und Bürger, 1.000 Ideen: Im Rheinischen Revier startete am Samstag, 30. Mai 2026, der erste Bürgerrat der Landesregierung – ein neues Format direkter Beteiligung. Menschen aller Altersgruppen aus allen Kreisen des Rheinischen Reviers überlegen in den kommenden Monaten gemeinsam, wie das Rheinische Revier auf seine Stärken aufbaut und seine Attraktivität steigert – heute und in Zukunft. Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur begrüßte die Mitglieder des Bürgerrats zur ersten Sitzung und dankte ihnen für ihr Engagement. Die Mitglieder des Bürgerrats werden an sechs intensiven Tagen Ideen für die Gestaltung der Region entwickeln und ihre Hinweise zum Strukturwandelprozess Ende September der Landesregierung übergeben.
Ministerin Neubaur: „Das Rheinische Revier ist im Wandel – und wir gehen diesen Weg gemeinsam mit den Menschen, die hier leben. Sie wissen selbst am besten, wie ihre Region aussehen soll – mit all ihren Erfahrungen, Wünschen und Ideen. Dort, wo Kreativität, Verantwortung und Realismus zusammenkommen, entsteht echte Veränderung. Ein Bürgerrat, der die ganze Vielfalt einer Region in einen Raum bringt – das ist gelebte Demokratie. Ich bin gespannt auf alle Ideen und Impulse.“
Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier: „Mit dem Start des Bürgerrates beginnt nun die eigentliche gemeinsame Arbeit: Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Rheinischen Revier bringen ihre Erfahrungen, Ideen und Perspektiven zusammen, um Empfehlungen für die Zukunft ihrer Region zu entwickeln. Dass sich so viele Menschen engagiert und mit großer Bereitschaft in diesen Prozess einbringen, ist ein starkes Signal für die Gestaltungskraft im Rheinischen Revier. Der Bürgerrat zeigt eindrucksvoll, wie ernsthaft die Menschen ihre Zukunft mitgestalten wollen – und genau dafür schaffen wir als Zukunftsagentur einen verlässlichen Rahmen für Austausch und gemeinsames Arbeiten.“
NRW-Landtagsabgeordnete Antje Grothus (Bündnis 90/Die Grünen): „Nur wenn wir die Menschen aktiv einbinden und unterstützen, wird der Strukturwandel zu einem echten Gemeinschaftswerk. Beteiligung ist für mich ein verbindendes Element im Strukturwandel – das habe ich selbst in der Kohlekommission erlebt. Entscheidend ist, dass die verschiedenen Formate sinnvoll ineinandergreifen und gemeinsam eine starke Beteiligungslandschaft bilden. Nur so erreichen wir das Ziel aus dem Meilensteinplan der Landesregierung, bis 2030 die Hälfte der Menschen im Rheinischen Revier einzubinden – nicht durch Überforderung, sondern durch eine klare, repräsentative, koordinierte und kollaborative Beteiligung im Sinne der Beteiligungscharta.“
Der Bürgerrat im Rheinischen Revier besteht aus knapp 100 Bürgerinnen und Bürgern, die die Vielfalt der Bevölkerung im Rheinischen Revier bestmöglich abbilden. 7.000 Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Revier wurden angeschrieben und eingeladen, mitzumachen. Aus den Rückmeldungen wurde nach soziodemografischen Merkmalen wie Alter, Bildungsgrad, Geschlecht und räumlicher Verteilung im Revier eine Auswahl getroffen und per Losverfahren ermittelt. Jeder Landkreis der Region ist vertreten.
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW, ergänzt um ein Statement von Antje Grothus
Hintergrund zu Bürgerräten
Ein Bürgerrat ist ein Instrument zur aktiven Beteiligung der Bevölkerung. Wie beim Rheinischen Revier werden die teilnehmenden Bürger(innen) ausgelost und möglichst repräsentativ verteilt. Den bisher einzigen Bürgerrat auf Bundesebene gab es bisher zur Zeit der Ampel-Regierung. Er beschäftigte sich 2023/24 mit dem Thema Ernährung. Es gibt aber auch Bürgerräte in den Bundesländern und auf lokaler Ebene. Eine Übersicht dazu bietet der Verein Mehr Demokratie auf der Website www.buergerrat.de.









