Rurtalbus hat für Diskussionen in den Dürener Stadtteilen Gürzenich und Derichsweiler gesorgt. Dort gibt es seit einigen Monaten Unruhen, weil der Streckenverlauf der Linie 296 geändert wurde, aber die zu großen modernen Busse auf der neuen Strecke nicht vernünftig fahren können, ohne den sonstigen Verkehr zu behindern. Bei der Lösung des Problems sind sich die CDU und die Grünen nicht einig.
Brücke zu niedrig, Kurve zu eng
Die Probleme begannen mit dem Fahrplanwechsel im Juni 2025. Dort wurde nur knapp erwähnt, dass die Linie 296 „eine neue Linienführung über Gürzenich nach Derichsweiler“ erhalte. Da die modernen Busse mit Wasserstoff größer und länger sind als andere Modelle, passten sie nicht mehr unter die Bahnbrücke zwischen der B264 und Derichsweiler (siehe Beitragsfoto). Die neue Strecke führte vor allem an zwei Stellen zu Schwierigkeiten: Die Kurve Schillingsstraße / Derichsweilerstraße ist für die Busse ziemlich eng und auch zwischen Gürzenich und Derichsweiler ist die Straße mit knapp fünf Metern so schmal, dass Autofahrer oft ausweichen mussten.
Strecke geändert, Haltestellen gestrichen
Rurtalbus reagierte nach monatelangen Protesten der Anwohner. Zum 1. März wurde die Linie 296 erneut verändert, sodass sie nicht mehr über die Derichsweilerstraße fährt. Stattdessen wird sie über die Schillingsstraße und die K27 geleitet, wobei es zuletzt auch Diskussionen bezüglich der Kreisstraße gab. Mit der Änderung wurden mehrere Haltestellen vorläufig einseitig oder beidseitig gestrichen: in Gürzenich Schule, in Derichsweiler Dampfmühlenstraße, Sparkasse und Martinusplatz. Auf dem umstrittenen Streckenverlauf fahren nur Verbindungen morgens und nachmittags, die von vielen Schülern genutzt werden: 6.45 Uhr ab Langerwehe Bhf und 7.03 Uhr ab Düren Bhf. sowie 13.23 Uhr ab Düren. Außerdem werden die Haltestellen von der Verbindung 15.30 Uhr ab Schulzentrum Langerwehe angefahren.
Grüne kritisieren Einschränkung der Mobilität
Georg Schmitz kritisiert als Vertreter der Grünen im Stadtrat die beiden Entscheidungen über die Linienführungen. Diese seien vom Kreis Düren und Rurtalbus getroffen worden, ohne die Dürener Politik einzubinden. Für die Grünen ist die eingeschränkte Mobilität im ÖPNV durch den jüngsten Wegfall der Haltestellen unzumutbar. Stattdessen werfen sie der CDU vor, dass es ihnen hauptsächlich um Parkplätze und nicht die Busse gehe: „Ganz offensichtlich war der Hauptgrund, dass Halteverbote nötig wurden und man dadurch nicht mehr vor der Türe parken konnte.“ Sie fordern, „dass die Fahrten der 296 weiter durch den ganzen Ort Derichsweiler fahren, denn während der langen Zeit des Brückenneubaus (B264 über die Bahnstrecke) hat es ja geklappt.“
CDU wehrt sich gegen Vorwürfe
Ingo Weber, der Stadtverordnete der CDU für Gürzenich, wehrt sich in einem Telefonat mit DN-News.de gegen die Vorwürfe der Grünen. Für die Busfahrer und Busfahrerinnen sei die Streckenführung über die Derichsweilerstraße mit den Engstellen und den Konflikten im Begegnungsverkehr „nicht zumutbar“. Gleiches gilt für alle Verkehrsteilnehmer, Radfahrer und Autofahrer. Er „möchte niemanden vom ÖPNV abbinden“. Jedoch sei die Anzahl der Fahrgäste, die die neuerdings nicht mehr angefahrenen Haltestellen der Linie 296 nutzten, sehr gering gewesen. Dies ergebe sich aus einer Fahrgasterhebung der Rurtalbus. Die Grünen bezweifeln diese Angaben der CDU wiederum.
Einig sind sich die Politiker von Grünen und CDU darin, dass kleinere Busse, die unter die Brücke und durch die Engstellen passen, eine Lösung sein könnten. Weber schlägt zusätzlich noch vor, Haltestellen an der B264 zu nutzen, die jetzt schon vorhanden sind, und diese durch beispielsweise eine Bedarfsampel sicherer zugänglich zu machen. Auf keinen Fall möchte Weber einen Stadtteil gegenüber einem anderen benachteiligen.








Bahnunterführung in Derichsweiler ist die Engstelle und Ursache von Diskussion und Problem (Foto: