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WVER: Abwasser wird zur Wärmequelle

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Abwasser wird zur Wärmequelle

  • Wasserverband Eifel-Rur, Stadtwerke Düren und Glashütte Düren wollen Abwärme aus dem Dürener Abwassernetz nutzen
  • Das Quartier auf dem Gelände der ehemaligen Glashüttenwerke soll künftig nachhaltig mit Heizwärme versorgt werden

Düren, 16. Juli 2026.  Aus einer ersten gemeinsamen Idee wird ein konkretes Zukunftsprojekt für die Wärmewende in Düren: Die Stadtwerke Düren (SWD), der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) und die Glashütte Düren beabsichtigen, gemeinsam eine innovative, nachhaltige Wärmeversorgung für das Quartier an der Glashüttenstraße aufzubauen und zu betreiben. Das Projekt ist ein technologischer Vorreiter in der Region Düren, das Innovation mit Nachhaltigkeit verbindet und zeigt, wie moderne Energieversorgung aussehen kann. Als Wärmequelle soll dabei das zwischen 15 und 30 Grad warme Abwasser im Hauptsammler des WVER genutzt werden, der in unmittelbarer Nähe des Glashüttengeländes verläuft. Dazu wurde jetzt von Maria Creeten, Geschäftsführerin der SWD, Dr. Joachim Reichert, Vorstand des WVER, und Stephan Pelzer, Geschäftsführer der Glashütte Düren, eine gemeinsame Projektvereinbarung unterzeichnet. Thomas Rachel MdB (CDU) vertrat die Bundespolitik, die das innovative Projekt in Planung und Umsetzung fördert.

Ungenutzte Wärme aus dem Abwasser nutzbar machen

Das Abwasser hat je nach Jahreszeit und Nutzung eine Temperatur von etwa 15 bis 30 Grad Celsius. Diese bislang ungenutzte Wärme soll künftig über die vom WVER im neuen Abwasserkanal eingebauten Wärmetauscher gewonnen, im Heizwerk der SWD auf dem Gelände aufgenommen und anschließend in ein vom Eigentümer der Glashütte errichtetes Wärmenetz eingespeist werden.

Die Stadtwerke Düren kümmern sich u.a. um die Betriebsführung und -sicherheit sowie die Abrechnung.

Die Nutzung der Abwärme aus dem Abwassersystem ermöglicht es, den bisherigen fossilen Energieträger Gas auf dem gesamten Areal zu ersetzen und den Menschen und Betrieben im Glashüttenquartier eine klimafreundliche, CO2 neutrale Wärmeversorgung zu gewährleisten. Über 200 Tonnen CO2 können nach Fertigstellung des gesamten neuen Wärmenetzes auf dem Glashütten-Areal pro Jahr vermieden werden.

Aus der Machbarkeitsstudie wird ein konkretes Projekt

Grundlage für das Projekt ist die Zusammenarbeit von SWD und WVER, die bereits 2023 mit einer Absichtserklärung und einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie begonnen hatte. Ziel war es, die Nutzungsmöglichkeiten der Abwärme aus dem Dürener Abwassersystem und der Kläranlage Düren-Merken technisch, ökologisch und wirtschaftlich zu prüfen. Überlegungen und Gespräche dazu, das Glashüttenquartier klimafreundlich mit Wärme zu versorgen, gab es zwischen SWD und den Eigentümern der Glashütte schon seit 2019. Durch die Kooperation mit dem WVER kommt nun der konkrete Standort hinzu, an dem diese Idee praktisch umgesetzt wird.   

Starke Partner für die Wärmewende vor Ort

„Die Nutzung von Wärme aus Abwasser ist ein gutes Beispiel dafür, wie vorhandene wasserwirtschaftliche Infrastruktur sinnvoll mit den Anforderungen der Energiewende verbunden werden kann“, sagt Dr.-Ing. Joachim Reichert, Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur. „Da wir den Hauptsammler im Bereich Düren ohnehin erneuern, können wir die dafür notwendigen Voraussetzungen frühzeitig mitdenken. So schaffen wir die Möglichkeit, eine bislang ungenutzte Energiequelle für eine nachhaltige Wärme-versorgung verfügbar zu machen.“

„Für uns ist dieses Projekt ein weiterer konsequenter Schritt auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung in Düren“, erklärt Maria Creeten, Geschäftsführerin der Stadtwerke Düren. „Als Energie- und Wasserdienstleister vor Ort wollen wir die Wärmewende gemeinsam mit starken Partnern konkret voranbringen. Wenn Abwasser, das ohnehin durch unsere Stadt fließt, künftig zur Versorgung eines Gewerbestandorts beitragen kann, ist das ein starkes Signal für intelligente, regionale Energielösungen.“

Umsetzung in zwei Bauabschnitten geplant

Die Wärmeversorgung der Glashütte Düren soll in zwei Bauabschnitten realisiert werden. In einer ersten Phase werden die Bereiche erschlossen, in denen bereits heute zahlreiche Unternehmen und Betriebe ansässig sind und Wärme für Büroräume wie Werkstatthallen benötigen. In einer zweiten Phase soll der sich noch in Entwickelung befindende Bereich der früheren Glashütten saniert und wärmeseitig angebunden werden.

„Die Glashütte befindet sich in der Transformation vom traditionsreichen Industriestandort hin zum modernen, urbanen Gewerbequartier“, sagt Stephan Pelzer, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft. „Mit dem geplanten Wärmenetz schaffen wir eine moderne Energieinfrastruktur, die den bereits ansässigen Unternehmen auf dem Gelände zugutekommt und Entwicklungsperspektiven für neue Projekte schafft. Besonders wichtig ist uns, dass diese Entwicklung nachhaltig, partnerschaftlich und mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit des Standortes erfolgt.“          

Investition in eine nachhaltige Standortentwicklung

Die Investitionssumme für das gemeinsame Projekt liegt nach derzeitiger Planung bei rund 5 Millionen Euro. Davon tragen die Stadtwerke Düren rund 60 Prozent, WVER und die Glashütte jeweils rund 20 Prozent. Das Vorhaben wurde bereits in der Planungsphase durch die Bundesregierung gefördert und soll auch in der Umsetzungsphase rund 2 Mio. Euro an Fördermittel erhalten.

Die Inbetriebnahme des Wärmenetzes ist nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2028 vorgesehen.      

v. l. Dr. Joachim Reichert (WVER), Maria Creeten, SWD, Thomas Rachel MdB, Stephan Pelzer (Glashütte Düren) bei der Unterzeichnung der Projektvereinbarung

Über die Glashütte Düren

Mit der Glashütte Düren entsteht auf der Fläche des ehemaligen Industrieareals ein moderner Gewerbestandort, der die ehemaligen Glashüttenwerke zu einem lebendigen Stadtquartier in Düren-Nord transformiert.

Auf über 32.000 Quadratmetern vermietete Fläche bestehend aus Büro-, Gewerbe- und Serviceflächen arbeiten derzeit täglich über 1500 Menschen gemeinsam im Glashütten-quartier. Durch die lebendige Mischung aus etablierten Firmen, sozialen Trägern und jungen, innovativen Unternehmen entwickelt sich das Quartier zunehmend zu einem inklusiven Ort der Begegnung und Teilhabe, der Menschen aus unterschiedlichen Arbeitskontexten, unterschiedlicher Generationen, Lebenslagen und Hintergründe zusammenbringt. Die Transformation des Areals mit industriekultureller Bedeutung erfolgt unter nachhaltigen Gesichtspunkten und spiegelt den Strukturwandel der Region wider.

Kontakt bei Rückfragen:
Glashütte Düren

Marisa Pelzer

Telelefon: 02421 – 2099670
E-Mail: marisa.pelzer@glashütte.immo

Über die Stadtwerke Düren

Die Stadtwerke Düren GmbH (SWD) versorgen rund 60.000 Kundinnen und Kunden in Düren und Merzenich zuverlässig mit Energie und Wasser. Als moderner Energiedienst-leister treiben sie mit Themen wie erneuerbaren Energien, E‑Mobilität sowie einem stetig wachsenden Angebot im Bereich Wärmeerzeugung und -versorgung die Energiewende vor Ort aktiv voran. Mehrheitsgesellschafter sind die Stadt Düren und die Westenergie AG. Gemeinsam mit der Tochter Leitungspartner GmbH beschäftigt die SWD-Gruppe rund 280 Mitarbeitende.              

Kontakt bei Rückfragen:    
Stadtwerke Düren GmbH 

Jürgen Schulz
Leiter Unternehmenskommunikation

Telefon:  02421 126-400 
E-Mail: juergen.schulz@stadtwerke-dueren.de

Über den WVER

Der Wasserverband Eifel-Rur ist verantwortlich für Kernaufgaben der Wasserwirtschaft im deutschen Einzugsgebiet der Rur. Er reinigt in 43 Kläranlagen das Abwasser von über einer Million Menschen und von Industrie. Und Gewerbebetrieben. Außerdem betreibt der sechs Talsperren in der Nordeifel, die dem Schutz der Unterläufe sowie der Bereitstellung von Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung und den industriellen Bedarf dienen. Ebenso verrichtetet Aufgaben des Hochwasserschutzes an den Fließgewässern im Verbandsgebiet. Er betreut insgesamt 1.900 Kilometer Gewässer-strecken, wobei er nicht nur deren hydraulische Leistungsfähigkeit sichert, sondern sie auch naturnah weiterentwickelt.

In Düren betreibt er zurzeit den Neubau bzw. die Ergänzung des Hauptsammlers zur Kläranlage Düren, der unter anderem am Glashüttenquartier vorbeiführt. Ebenso erneuert er umfänglich die nachgeschaltete Kläranlage Düren. Dadurch werden die kommunalen und industriellen Entwicklungsmöglichkeiten der Anlieger des Hauptsammlers für die Zukunft gesichert.

 

Kontakt bei Rückfragen:

Wasserverband Eifel-Rur

Marcus Seiler
Stabstelle Kommunikation

Telefon: 02421 494 1541
E-Mail: Marcus.Seiler@wver.de