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Von Ladentischen, Mehlstaub und Brücken – Fotografien aus ungewöhnlicher Perspektive auf Schloss Burgau

Schloss BurgauStadt Düren


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Düren. Unter dem Titel „Anja Schlamann – geradezu“ sind ab dem kommenden Sonntag, 10. Mai, bis zum 2. Juli 2026 beeindruckende Fotografien der Kölner Künstlerin auf Schloss Burgau zu sehen. Die Ausstellung ist in den historischen Räumen der Hauptburg zu sehen und präsentiert mehrere große Werkgruppen aus dem vielseitigen Schaffen Schlamanns.

Eine zentrale Serie entstand in der ehemaligen Aurora-Mühle in Köln-Deutz, die 2021 stillgelegt wurde. Jahrzehntelang wurde hier Mehl gemahlen, doch nach der Schließung verschwanden die Menschen, die dort gearbeitet hatten. Für die Fotoprojekte kehrten ehemalige Mitarbeitende an ihre früheren Arbeitsplätze . Gleichzeitig dokumentierte die Fotografin die 100-jährige Architektur, die Haushaltsabsackung, die Leitstelle und die Ladestelle. Entstanden sind eindrucksvolle Bilder, die von einer vergangenen Industriekultur und den Menschen erzählen, die sie prägten.
Auch die Kölner Brücken wurden zum Motiv: Sieben unterschiedliche Bauwerke führen über den Rhein, alle in dem markanten „Kölner Brückengrün“, das Konrad Adenauer 1929 als Stadtoberhaupt festlegte. Die Idee dazu kam Anja Schlamann bei einer Rudertour von der Mosel zum Rhein. Für das Projekt entstanden sieben grafische Kompositionen, jeweils aus 100 Einzelaufnahmen, die sorgfältig montiert, ausgerichtet und entzerrt wurden – ein beeindruckendes Spiel aus Struktur, Licht und Bewegung.
Mit der Serie „Vietnamesische Ladentische“ stellt Anja Schlamann ihre aktuellsten Arbeiten aus. Die seit 2004 laufende Reihe umfasst über 90 Fotografien von Verkaufsauslagen auf fünf Kontinenten – darunter aus Ländern wie Syrien, Kuba, Marokko, Sri Lanka, Peru, Bolivien und zuletzt Vietnam. Anja Schlamann dokumentiert, wie Händlerinnen und Händler weltweit ihre Waren präsentieren – von Grundnahrungsmitteln über Früchte hin bis zu Ersatzteilen. Die Serie verbindet ethnografische Beobachtung mit künstlerischer Sensibilität und lädt die Betrachterinnen und Betrachter ein, in vertraute und zugleich fremde Kulturen einzutauchen.

Begleitend zur Ausstellung gibt es noch weitere Aktionen: Am 31. Mai um 14 Uhr führt Anja Schlamann selbst durch die Ausstellung, und am 3. Juli um 19 Uhr gibt es einen „Artist Talk“ mit der Künstlerin und Jasper Hallmann. Am 21. Juni ab 14.30 Uhr erwartet die Besucher eine (kostenpflichtige) Performance mit kleinen Mahlzeiten des Künstlerpaars Marie Donike und Johannes Specks – inklusive einer Führung durch die Fotografin.

Eröffnet wird die Ausstellung am 10. Mai, um 15 Uhr. Sie ist mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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