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„Grüner Reichtum der Gemeinden 2026“ – 4. kreisübergreifendes Netzwerktreffen für Städte und Kommunen erfolgreich durchgeführt

Netzwerktreffen Grüner Reichtum der Gemeinden

Foto: Biologische Station im Kreis Düren


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Wie können unsere Städte und Dörfer dem Klimawandel begegnen, Wasser besser speichern und gleichzeitig lebenswerter und naturnäher gestaltet werden? Mit dieser hochaktuellen Fragestellung beschäftigte sich jetzt eine gut besuchte Veranstaltung des Leader-Kooperationsprojekts „Zukunftsdörfer“ im Bürgerhaus Niederzier. Unter dem Titel „Grüner Reichtum der Gemeinden 2026“ diskutierten Fachleute, kommunale und städtische VertreterInnen und Bauhofmitarbeitende praxisnahe Lösungen rund um das Thema Schwammstadt und Schwammdorf.

Zum Auftakt begrüßte Bürgermeister Frank Rombey die 38 Gäste im Bürgerhaus Niederzier. In seinem Grußwort betonte er die große Bedeutung nachhaltiger Wasser- und Grünflächenkonzepte und den kreisübergreifenden Austausch zwischen Fachleuten, Verwaltung und Bauhöfen als wichtige Bausteine für eine zukunftsfähige Entwicklung der Gemeinden.

Regenwasser dezentral zurückzuhalten

Sowohl im öffentlichen Raum als auch auf privaten Grundstücken können begrünte Flächen und muldenförmige Versickerungsbereiche, Rigolen oder bepflanzte Beete dazu beitragen, Wasser vor Ort zu verwenden statt in die Kanalisation abzuleiten. „Jeder Quadratmeter Grün hilft dabei, Wasser in der Fläche zu halten und Hitzeinseln zu reduzieren“, betonte Diplomingenieur Martin Bresser. Beispielhaft wurde für die Stadt Bochum erläutert, wie Städte durch intelligente Planung klimaresilienter werden können. Auch Fördermöglichkeiten spielten eine wichtige Rolle. Chris Senior vom Amt für Klimafolgenanpassungsmanagement des Kreises Viersen informierte die Teilnehmer darüber, wie Kommunen und Privatpersonen staatliche Unterstützung für Maßnahmen zur dezentralen Wasserhaltung erhalten können und welche Rahmenbedingungen zu beachten sind.

Innovative Ansätze in die Praxis integrieren

Kurzvorträge und Praxisbeispiele aus verschiedenen Kommunen machten deutlich, dass nachhaltige Entwicklung vielerorts vorangetrieben wird – mit innovativen Ideen, moderner Technik und engagierten Akteuren vor Ort. Jonathan Schulze, Kreisverwaltung Euskirchen, stellte das Konzept der „Entsiegelungspatenschaften“ vor, einer Vereinbarung zwischen Kreis und Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern, bei der versiegelte Flächen zurückgebaut werden, um mehr Raum für Grünflächen und eine bessere Regenwasserversickerung zu schaffen. Großes Interesse erhielt auch der Bericht über den Einsatz moderner Saugbagger zur Beetvorbereitung unter Bäumen. Durch die schonende Arbeitsweise können Wurzelbereiche und unterirdische Leitungen geschützt und gleichzeitig Pflanzflächen effizient aufbereitet werden. Der Einsatz von hybriden und botanischen Blumenzwiebeln wurde praxisnah erläutert sowie die Vorteile von strategisch eingesetzten, ästhetisch ansprechenden Schaupflanzungen auf öffentlichen Flächen, um sowohl Politik als auch Bürgerschaft für das öffentliche Grün zu begeistern.

Zwei Fachexkursionen führten in den Ellbachpark von Niederzier

Martin Bresser informierte bei der Exkursion, an welchen Stellen sich Maßnahmen für den Wasserrückhalt umsetzen ließen. Dazu gehören etwa tiefer gelegte Grünflächen als Retentionsraum oder abgesenkte Bordsteine bei Beeteinfassungen. Dr. Lutz Dalbeck brachte den Teilnehmenden die Vielfalt der Tiere an Gewässern näher. Dazu gehören auch invasive Arten, wie z.B. Nutria und Waschbär. Viele Teilnehmer nahmen konkrete Anregungen mit, wie öffentliche Grünflächen künftig nicht nur schöner, sondern auch widerstandsfähiger gegen Starkregen und Trockenheit gestaltet werden können. Die Veranstaltung machte deutlich: Der „grüne Reichtum“ der Gemeinden liegt nicht nur in Parks und Bäumen, sondern vor allem in intelligenten Lösungen für den Umgang mit Wasser und der Blau-Grünen-Infrastruktur. Das Leader-Projekt „Zukunftsdörfer“ setzte damit ein starkes Zeichen für nachhaltige und klimaangepasste Dorfentwicklung in der Region.

Leader-Projekte „Zukunftsdörfer“ laufen noch bis September – Jetzt mitmachen!

In den drei Leader-Regionen Eifel, Zülpicher Börde und Rheinisches Revier an Inde und Rur finden derzeit die Projekte „Zukunftsdörfer“ statt. Jeder, der Arten- und Klimaschutz im Dorf fördern möchte, kann sich beteiligen. Ansprechpartner finden Sie bei Ihren kreiseigenen Biologischen Stationen. Unterstützt werden Gartenberatungen, Vorträge, Workshops, Pflanzgut und Nisthilfen. Also jetzt loslegen und mitmachen! Machen Sie Ihr Haus und Ihren Garten fit für mehr Vielfalt.

Quelle: Biologische Station